BUOLUS-Umsetzung; Verbundprojekt Zukunftsstadt (Umsetzungs- und Verstetigungsprojekt): Bauphysikalische Gestaltung urbaner Oberflächen für nachhaltige Lebens- und Umweltqualität in Städten; Teilprojekt 2: Nachhaltigkeitsbewertungen im Bereich urbaner Oberflächen

Teil-Abschlussbericht

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Die Klimakrise und die wachsenden Anforderungen an die urbane Lebensqualität stellen Kommunen und Städte vor erhebliche Herausforderungen. Kommunen können und müssen rasch zukunftssichere Maßnahmen ergreifen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und klimaresiliente Städte zu schaffen, die gleichzeitig eine hohe Umwelt- und Aufenthaltsqualität aufweisen. Wesentlicher Wirkungsbereich von Kommunen ist die nachhaltige Gestaltung und Bewirtschaftung urbaner Oberflächen. Im Forschungsprojekt BUOLUS entwickelte und erprobte das IABP Methoden, die es ermöglichen, die Auswirkungen von Stoffströmen urbaner Oberflächen in verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit zu analysieren und Optimierungspotenziale aufzuzeigen. Ziel des daran anknüpfenden Umsetzungs- und Verstetigungsprojekt BUOLUS-Umsetzung war es, die Forschungsergebnisse zu verstetigen, indem ausgewählte Maßnahmen realisiert und durch das IABP wissenschaftlich begleitet werden. Wichtiges Ziel des IABPs war es, an den Schnittstellen mit anderen Teilvorhaben Informationen über deren Nachhaltigkeitsauswirkungen und Optimierungspotenziale bereitzustellen, um den Partnern eine belastbare Entscheidungsgrundlage für eine nachhaltige Maßnahmenumsetzung zu bieten. Dementsprechend sollten in der ersten Arbeitsaufgabe des IABPs eine ökobilanzielle Betrachtung von Reinigungsverfahren und einer öffentlich zugänglichen City-Toilette, die Entwicklung und Erprobung eines vereinfachten SDG- und GIS-basierten Tools für ein Baumkataster sowie die SDG-basierte Nachhaltigkeitsanalyse an einer urbanen Oberfläche in Rosenheim durchgeführt werden. In der zweiten Arbeitsaufgabe war die Verwertung der Projektergebnisse vorgesehen. Zu den geplanten Aktivitäten zählten die Teilnahme an Veranstaltungen, Disseminationstätigkeiten, die Erstellung von Berichten sowie die Mitwirkung an der Kommunikationsplattform des Projekts. Für die Analysen der ausgewählten Maßnahmen wendete das IABP die Methode der Ökobilanz sowie die im Rahmen von BUOLUS entwickelte Methode für die SDG-basierte Nachhaltigkeitsbewertung von Innovationen im Bereich urbaner Oberflächen an. Die zweistufige Datenerhebungsstrategie aus BUOLUS wurde zur Entwicklung von Datenerhebungsbögen für die Gemeinden und eines systematischen Ansatzes für die Datenerhebung auf kommunaler Ebene genutzt. Darüber hinaus wurden umfassende Literaturrecherchen durchgeführt, unter anderem für die Toolentwicklung, die Sekundärdatenerhebung und die Entwicklung von Stoffstromszenarien. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim, der assoziierten Gemeinde Rottach-Egern und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP wurden Feldstudien durchgeführt, Stoffstromdaten erhoben und die Nachhaltigkeitsauswirkungen der Maßnahmen ermittelt. Zum einen wurde auf einer Versuchsfläche in Rottach-Egern eine bauliche Maßnahme zur Vorbeugung des Wildkrautwachstums auf Pflasterflächen untersucht. Das IABP entwickelte und modellierte mehrere Stoffstromszenarien und bewertete diese hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen. Außerdem wurde die vegetationsunterdrückende Wirkung verschiedener Fugenmaterialien ermittelt. Die gesammelten Erkenntnisse flossen in die Ausarbeitung von Empfehlungen für eine nachhaltige Gestaltung kommunaler Pflasterflächen ein. Zum anderen wurde die Umsetzung und Bewirtschaftung zweier Grünelemente am Sitzelement auf dem Salzstadl in Rosenheim wissenschaftlich begleitet. Im Ergebnis liegen Informationen zu den Auswirkungen der Grünelemente in den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und praxisorientierte Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Auswirkungen vor. Die erstellte Datenerhebungsstruktur kann für ein fortlaufendes Monitoring durch die Kommune genutzt werden. In einer weiteren Studie wurde eine Gebäudeökobilanz der City-Toilette an der Mautstelle in Rottach-Egern durchgeführt. Anhand der Bilanzergebnisse wurde aufzeigt, auf welche Lebenszyklusmodule, Bauteilkategorien und Baustoffarten die Umweltwirkungen der City-Toilette zurückzuführen sind. Außerdem wurden konkrete Handlungsempfehlungen zur Adressierung der ermittelten Optimierungspotenziale ausgesprochen. Diese können in den Planungsprozess nachhaltiger Bauvorhaben einfließen. Zu einem weiteren Ergebnis des IABPs zählt das SDG- und GIS-basierte Tool, das die Dokumentation kommunaler Baumbewirtschaftungsmaßnahmen unterstützt und es ermöglicht, Hotspots zu identifizieren und Szenarienvergleiche durchzuführen. Die Ergebnisse des Projekts befähigen die beteiligten Kommunen, ihre urbanen Oberflächen nachhaltig zu gestalten und zu bewirtschaften. Eine zentrale Erkenntnis aus dem Projekt ist die Notwendigkeit, eine Stoffstromdatenbank zur kommunalen Flächenbewirtschaftung zu schaffen, um die Identifizierung von Nachhaltigkeits-Hot Spots und Realisierung von Optimierungspotenzialen zu ermöglichen. Die im Projekt entwickelten Datenerhebungsbögen und das Baumpflege-Tool bieten den Kommunen eine wertvolle Grundlage für den Start. Die Beiträge zu den umgesetzten Maßnahmen auf der Kommunikationsplattform fördern den interkommunalen Austausch und zeigen beispielhaft, wie zukunftsfähige Maßnahmen erfolgreich implementiert werden können. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen und die Open Access-Publikation unterstützen die nachhaltige Wissensvermittlung an lokale Akteure und bieten Gelegenheit für einen Dialog sowie für gegenseitiges Lernen zwischen Wissenschaft und Praxis. Das Projekt hat die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis verdeutlicht.

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