Cobalt P: "Offene Kreislaufwirtschaftsplattform für optimierte Lebenszyklen und den prädikativen Handel von Batterien"

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Das Projekt Cobalt‑P entwickelte eine umfassende digitale Plattform zur transparenten, sicheren und effizienten Verwaltung von Lithium‑Ionen‑Batterien entlang ihres gesamten Lebenszyklus – von der Erstnutzung über Second‑Life‑Anwendungen bis hin zum Recycling. Ausgangspunkt war die fehlende Standardisierung in der Bewertung von Batteriezuständen sowie erhebliche Informationsasymmetrien zwischen Herstellern, Second‑Life‑Anwendern und Recyclern.

Im Fokus standen vier technische Kernbereiche:

  • AP1 – Batterie‑Lifecycle‑Dashboard und Handelsplattform: Es entstand eine funktionsfähige Infrastruktur zur Erfassung, Auswertung und Visualisierung von Batteriedaten. Dafür wurde ein eigenes Messsystem geschaffen, standardisierte Testprozesse nach DIN EN 62660‑1 generiert und die generierten Ergebnisse in ein skalierbares Datenbank‑ und Schnittstellendesign überführt. Die Plattform ermöglicht unterschiedlichen Akteuren rollenbasierte Interaktionen und schafft Transparenz im Second‑Life‑Markt.
  • AP2 – Sichere Datenspeicherung & digitale Zwillinge: Mittels dezentraler Identitäten (DIDs) und W3C‑konformen Verifiable Credentials wurde ein digitales Abbild jeder Batterie entwickelt. Die Datenarchitektur erfüllt Anforderungen des EU‑Batteriepasses und erlaubt sicheren Datenaustausch, hohe Interoperabilität und Nachvollziehbarkeit entlang der Lieferkette.
  • AP3 – Datenbasierte Methoden zur Zustandsschätzung: TES führte umfangreiche Laboruntersuchungen an Second‑Life‑fähigen Modulen durch, definierte relevante Messgrößen (u. a. SoH‑Parameter, Innenwiderstand, Kapazität) und stellte qualitativ hochwertige Datensätze bereit. Die Ergebnisse flossen in datenbasierte Modelle zur Alterungsprognose und Zustandsdiagnostik ein.
  • AP4 – Demonstration im Realbetrieb: Die entwickelten Testverfahren, das Datenbanksystem sowie die Plattform wurden in einer realen Betriebsumgebung bei TES und in der Abschlusspräsentation an der RWTH Aachen erfolgreich demonstriert.

Das Projekt erzielte wesentliche wissenschaftlich‑technische Fortschritte: Die Dateninfrastruktur wurde operativ in die TES‑Prozesse integriert, ein digitaler Marktplatz für Batterien geschaffen und Standards für Transparenz, Sicherheit und Wiederverwendung etabliert. Wirtschaftlich ermöglicht TES sich damit eine frühe Marktpositionierung im Second‑Life‑Segment und gewinnt datenbasierte Entscheidungsgrundlagen für Recyclingstrategien. Wissenschaftlich bildet das Projekt eine Basis für weitere Forschung zu Alterungsmodellen, Big‑Data‑Analysen, Circular‑Economy‑Konzepten und Standardisierung.

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