Über das Verhalten von Trinkgläsern in einem Testspülstand
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Abstract
Die Korrosion des Glases steigt exponentiell mit der Spültemperatur an. Bei zu hoher Temperatur entstehen flächige Trübungen, bei schroffen Temperaturwechseln Risse. Diese treten früher als die Trübungen auf. Die Spüldauer sollte möglichst kurz sein; sie muß den Reiniger zur vollen Entfaltung kommen lassen. Spülmittelfreies Wasser greift am wenigsten an. Wasserdampfkondensation ist gefährlich. Unterschiede von Wasserhärte und -druck haben keine Bedeutung. Klarspülerlösungen greifen wenig, Reinigerlösungen erheblich stärker an als Wasser. Unbehandeltes und erst recht neutralenthärtetes Leitungswasser schädigt mehr als vollentsalztes. Die Quellschichten lagern mit ansteigender Temperatur wachsend Phosphorverbindungen ein. Die in Haushaltgeschirrspülmaschinen üblichen Spültemperaturen bewirken keine Zersetzung der Polyphosphate in Ortho- und Pyrophosphat. Die Untersuchungen an Spülmittelkomponenten erlauben keine Schlüsse auf aus ihnen hergestellte Mischungen. Ungeschliffene Gläser widerstehen der Korrosion besser als geschliffene, der Angriff beginnt an den Verletzungen. Farbige Dekore halten sich nicht beim maschinellen Spülen. Der am rundgeschmolzenen Rand auftretende trübe Ring geht auf eingefrorene Spannungen und vermutlich auf Konzentrationsverschiebungen der Alkaliionen zurück. Die Trübung der Aufbauchungen wird auf die Spannung, evtl. auch auf Konzentrationsänderungen in der Oberfläche zurückgeführt. Feuerpolierte, gasbehandelte, siliconisierte oder in Salzschmelzen gehärtete Oberflächen bleiben nur bei Spültemperaturen unter 55 °C beständig. Irisierende Verfärbungen können auf Eisen zurückgehen. Gläser reagieren auf kondensierenden Wasserdampf, verlängerte Spülzeiten, Temperatursteigerungen und schroffe Temperaturwechsel ähnlich oder schärfer, auf unbehandeltes oder neutralenthärtetes, reinigerfreies oder -haltiges Wasser und glasschonende Zusätze entgegengesetzt wie Porzellandekore.