MINT in MIND - Passgenaue MINT-Angebote für Kinder und Jugendliche in der Region Mittlerer Niederrhein; Teilvorhaben 1: Aufbau einer regionalen Kommunikations- und Koordinationsstruktur: Strukturierung von genderdidaktischen und kultursensiblen Angeboten für Beruf und Studium mit Monitoring; Teilvorhaben 2: Pilotierung von Angeboten über die Netzwerkstrukturen der Jugendarbeit für Mädchen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund - neue Zugangswege für die MINT-Förderung; Teilvorhaben 3: Erfassen und Bündeln von MINT-Angeboten in Krefeld sowie Verzahnung u.a. mit Schulen auf Grundlage des für die schulische Bildung verpflichtenden Medienkompetenzrahmens NRW; Teilvorhaben 4: Vermarktung von außerschulischen MINT-Angeboten und Verzahnung mit regionalen Akteuren aus dem interkulturellen, genderspezifischen und handwerklichen Bereich; Teilvorhaben 5: Projekte für Mädchen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund - Verbesserte Ansprache der Zielgruppe und Integration; Teilvorhaben 6: Verzahnung, Bündelung und Erweiterung von vorhandenen Netzwerkstrukturen zur Berufs- und Studienorientierung für Schulen einschließlich einer Optimierung der Elternarbeit

Schlussbericht zum Verbundprojekt

Loading...
Thumbnail Image

Editor

Advisor

Volume

Issue

Journal

Series Titel

Book Title

Publisher

Hannover : Technische Informationsbibliothek

Supplementary Material

Other Versions

Link to publishers' Version

Abstract

Ausgangslage und Zielsetzung Die Region Mittlerer Niederrhein ist in besonderem Maße vom Strukturwandel betroffen. Digitalisierung, demografischer Wandel und der Ausstieg aus der Braunkohle führen zu einem steigenden Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften, insbesondere in wissensintensiven und technologisch geprägten Branchen. Eine gezielte Förderung von Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ist daher ein zentraler Hebel für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung der Region. Gleichzeitig bestehen deutliche Bildungsungleichheiten. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten haben geringere Bildungschancen, profitieren jedoch besonders stark von MINT-Bildungsangeboten, da diese den Zugang zu stabilen und zukunftssicheren Berufsfeldern eröffnen. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede sind weiterhin ausgeprägt: Mädchen wählen seltener MINT-Berufswege, obwohl diese zur Erhöhung von Chancengleichheit und zur Reduzierung ökonomischer Ungleichheiten beitragen können. Vor diesem Hintergrund verfolgt MINT in Mind das Ziel, strukturell benachteiligte Kinder und Jugendliche gezielt für MINT zu begeistern und ihnen durch niedrigschwellige, außerschulische Angebote neue Bildungs- und Berufsperspektiven zu eröffnen. Ein besonderer Fokus liegt auf einer gender- und kultursensiblen Didaktik sowie auf der Ansprache bislang schwer erreichbarer Zielgruppen.

Aufgabenstellung und regionaler Ansatz In der zweiten Förderphase (12/2023 – 11/2025) wurde eine bereits bestehende MINT-Förderstruktur in der Region gezielt erweitert und weiterentwickelt. Der Schwerpunkt lag auf dem Ausbau eines regionalen MINT-Clusters, der Vernetzung bestehender Akteure sowie der Vermeidung von Doppelstrukturen. Zentrale Zielsetzungen waren: • die Erhöhung der Sichtbarkeit und Vielfalt außerschulischer MINT-Angebote, • die Entwicklung neuer Zugangswege zu Kindern, Jugendlichen und Eltern, • die Integration einer diversity-orientierten, diskriminierungsfreien und mädchengerechten MINT-Didaktik, • die Einbindung von Multiplikator*innen (z. B. Eltern, Lehrkräfte, Jugendarbeit, Ehrenamt), • sowie die schrittweise Verstetigung der aufgebauten Netzwerkstrukturen. Die Angebote richteten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, die bislang nur begrenzt Zugang zu MINT-Förderungen hatten. Durch die enge Zusammenarbeit der Partnerkommunen Krefeld, Mönchengladbach und Viersen konnte ein regional abgestimmtes, vielfältiges Angebotsportfolio entwickelt werden.

Regionale Voraussetzungen und Netzwerkstruktur Zu Beginn der zweiten Förderphase bestand bereits eine vielfältige Landschaft an MINT-Aktivitäten. Zentrale Verbundpartner sind die Hochschule Niederrhein, die zdi-Zentren in Krefeld und Mönchengladbach, die Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie die Regionalagentur Mittlerer Niederrhein. Diese bestehende Struktur wurde gezielt um neue Akteure ergänzt, darunter Jugendzentren, Bibliotheken, die JuniorUni Mönchengladbach, der Zoo Krefeld sowie lokale Wirtschaftsakteure. Dadurch konnten neue Lernorte erschlossen und MINT-Angebote stärker im Sozialraum der Zielgruppen verankert werden. Die sozioökonomischen Rahmenbedingungen unterstreichen die Relevanz des Projekts: In Krefeld und Mönchengladbach haben über 50 % der unter 25-Jährigen einen Migrationshintergrund, in einzelnen Stadtteilen lebt ein hoher Anteil der Kinder in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften. Gleichzeitig besteht ein erheblicher Fachkräftemangel in Branchen wie Chemie, Maschinenbau, Textil und Elektrotechnik. MINT in Mind adressiert diese Herausforderungen durch frühzeitige, praxisnahe Bildungsangebote.

Umsetzung, Angebote und erreichte Wirkungen Die zweite Förderphase stand im Zeichen der Netzwerkvertiefung, Sichtbarkeit und des Transfers. Aus dem kontinuierlichen Austausch mit Unternehmen, Lehrkräften und Bildungsträgern sowie aus den praktischen Erfahrungen der Projektpartner zeigte sich insbesondere im Bereich Mathematik und beim praktischen Anwendungsbezug weiterer Entwicklungsbedarf. Entsprechend wurden bestehende Angebote angepasst und neue Formate entwickelt. Ein zentrales Instrument bildet die Website www.mint-in-mind.de, die als regionale Plattform über 500 MINT-Angebote bündelt und aktuell rund 7.000 Zugriffe pro Monat verzeichnet. Ergänzend wurde seit 2024 eine jährliche regionale MINT-Konferenz etabliert, die Akteure aus Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammenführt und den strategischen Austausch fördert. Die zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit wurde deutlich ausgebaut. Über Social-Media-Kampagnen (Instagram, LinkedIn), thematische Kampagnenformate sowie Pop-up-Angebote im öffentlichen Raum (Innenstädte, Jugendzentren, Stadtfeste, Messen) konnten neue Zielgruppen erreicht und Hemmschwellen abgebaut werden. Die didaktischen Konzepte orientieren sich an Ansätzen der Selbstwirksamkeit und des Modelllernens und berücksichtigen unterschiedliche kulturelle und soziale Lernvoraussetzungen. Zwischen 2024 und 2025 nahmen mehrere tausend Kinder und Jugendliche an Kursen, Workshops und Mitmachaktionen teil. Gleichzeitig wurde der Zugang zu Multiplikator*innen, besonders Jugendzentren, Schulen und Bibliotheken, deutlich verbessert.

Vernetzung, Ehrenamt und Kooperation Der Ausbau des MINT-Clusters führte zu einem heute breit aufgestellten Netzwerk kooperierender MINT-Akteure, das weit über die ursprünglichen Verbundpartner hinausgeht. Besonders hervorzuheben ist die durch MINT in Mind initiierte Vernetzung im Jugendzentrum K5 in Mönchengladbach. Durch Workshops und Austauschformate wurde die Zusammenarbeit zwischen Jugendzentrum, Hochschule und weiteren Partnern angestoßen. Studierende, insbesondere aus dem Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein, begleiten dort regelmäßig MINT-bezogene Angebote. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Akteuren weiter intensiviert, u. a. mit der JuniorUni, der Agentur für Arbeit, kommunalen Bildungsbüros, lokalen Unternehmen sowie kulturellen und religiösen Gemeinschaften (u.a. Verein „Kosbar“, NiA e.V.). Die Einbindung in das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)” sowie der Austausch mit MINTvernetzt und der Körber-Stiftung unterstützten die Qualitätsentwicklung und den Wissenstransfer. MINT in Mind leistet damit einen Beitrag zur Fachkräfteoffensive des Landes NRW, indem es die Durchlässigkeit zwischen schulischer und außerschulischer Bildung stärkt und jungen Menschen frühzeitig praxisnahe Zugänge zu MINT eröffnet.

Description

Keywords GND

Conference

01.12.2023-30.11.2025

Publication Type

Report

Version

publishedVersion

License

Creative Commons Attribution-NonDerivs 3.0 Germany