HybridVITA: Medizinische Betreuung von Patienten mit chronischen Hauterkrankungen durch eine App-basierte Hybridlösung mit kontaktloser viso-taktiler Diagnostik
Abschlussbericht/Kurzbericht, Berichtszeitraum 01.05.2022-30.03.2026
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Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit hoher körperlicher und psychischer Belastung. Krankheitsverschlechterungen treten häufig zwischen regulären Arztkontakten auf und werden daher nicht immer frühzeitig erkannt. Digitale Versorgungsansätze können hier neue Möglichkeiten für ein kontinuierliches Monitoring und eine patientenzentrierte Betreuung schaffen.
Ziel der Studie war es, die Machbarkeit und den potenziellen Nutzen eines hybriden digitalen Versorgungskonzepts für Patientinnen und Patienten mit Psoriasis unter Realbedingungen zu untersuchen. Dabei sollten insbesondere App-Nutzung, klinische und psychologische Verläufe sowie die Einbindung KI-gestützter und multimodaler diagnostischer Verfahren bewertet werden. In einer prospektiven, multizentrischen Machbarkeitsstudie an zwei dermatologischen Universitätszentren wurden insgesamt 88 Patientinnen und Patienten mit Psoriasis in eine App-basierte Hybridversorgung eingeschlossen. Die Teilnehmenden dokumentierten über eine Smartphone-App regelmäßig Symptome, patientenberichtete Endpunkte und Bilder definierter Indexplaques. Ergänzend wurden telemedizinische Kontakte, KI-gestützte Plaquesegmentierung, kontaktlose Perfusionsanalyse sowie viso-taktile Zusatzmodule erprobt. Klinische und psychologische Parameter wurden zu Baseline sowie nach 6 und 12 Monaten erhoben. Die App-basierte Hybridversorgung erwies sich als im klinischen Alltag umsetzbar. Am primären 6-Monats-Zeitpunkt zeigten sich signifikante Verbesserungen der Krankheitsaktivität, der dermatologischen Lebensqualität, des wahrgenommenen Stresses und der situativen Angst. Eine höhere App-Nutzungsintensität war mit günstigeren patientenberichteten Ergebnissen assoziiert, insbesondere hinsichtlich Lebensqualität und psychischer Belastung. Das Konzept der longitudinalen Beobachtung von drei definierten Indexplaques erwies sich als praktikabel. Auch die KI-gestützte Bildanalyse, die kontaktlose Perfusionsanalyse und viso-taktile Komponenten konnten erfolgreich in das Versorgungskonzept integriert und klinisch erprobt werden.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine hybride, App-basierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Psoriasis unter Realbedingungen machbar und klinisch relevant ist. Das Konzept besitzt Potenzial für eine engmaschigere, patientenzentrierte Betreuung und bildet eine belastbare Grundlage für weiterführende klinische Validierungsstudien und mögliche Transfer- bzw. Implementierungsschritte.
