PRIMA - Kooperationsprojekt AGREEMAR: Anpassungsfähige Vereinbarungen über die gemeinschaftlichen Vorteile von künstlicher Grundwasseranreicherung im Mittelmeerraum; Teilprojekt 1
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Dieser Bericht präsentiert die Ergebnisse des PRIMA-geförderten Projekts „Vereinbarungen über die gemeinschaftlichen Vorteile von künstlicher Grundwasseranreicherung im Mittelmeerraum (AGREEMAR)“. Das Projekt entwickelte und erprobte integrierte Ansätze für die Machbarkeitsbewertung und Governance von künstlicher Grundwasseranreicherung (engl.: managed aquifer recharge – MAR) in vier Demonstrationsregionen von Zypern, Spanien, Portugal, und Tunesien. Der Bericht zeigt auf, wie technische, ökologische und soziostrukturelle Instrumente mit intensiver Stakeholder-Einbindung kombiniert werden können, um eine nachhaltigere und gerechtere Grundwasserbewirtschaftung zu fördern. Das übergeordnete Ziel des AGREEMAR-Projekts ist die Verbesserung von MAR-Praktiken durch die Verknüpfung von Machbarkeitskartierung, numerischer Modellierung und adaptiver Governance in einem partizipativen Rahmen. Das Projekt ist in sechs Arbeitspakete unterteilt, die Stakeholder-Einbindung, Machbarkeitsbewertung, Governance-Rahmenwerke, Modellierung, Umsetzung lokaler Vereinbarungen und Projektmanagement abdecken. Zur Unterstützung dieser Ziele wurde eine strukturierte Stakeholder-Engagement-Strategie entwickelt, die Stakeholder nach Interessen und Einfluss kategorisiert und unterschiedliche Formate vom reinen Informationsaustausch bis hin zu partizipativen Prozessen nutzte. Die Einbindung wurde durch Kommunikations- und Disseminationsmaßnahmen (Website, Corporate Design, Social Media, Workshops, Konferenzen) unterstützt, um Sichtbarkeit, Transparenz und Nutzung der Projektergebnisse zu erhöhen. Es wurde eine umfassende Matrix von MAR-Machbarkeitskriterien erstellt, die Umwelt-, sozioökonomische, rechtliche und institutionelle Indikatoren integriert, um über rein hydrogeologische Bewertungen hinauszugehen. Multi-skalige analytische und numerische Modellierungen mit Tools wie MODFLOW und AQUATOOL wurden genutzt, um MAR-Szenarien zu testen, Machbarkeitskarten zu validieren und entscheidungsrelevante Evidenz bereitzustellen. Darüber hinaus entwickelte das Projekt einen allgemeinen Governance-Rahmen für MAR, der Prinzipien, Kernelemente und Prozesse für adaptive, partizipative Vereinbarungen in Übereinstimmung mit regulatorischen Anforderungen definiert. Darauf basierend wurden regionale Entwürfe von Governance-Vereinbarungen erstellt und in jedem Demonstrationsgebiet durch Stakeholder-Verhandlungen in lokal angepasste Vereinbarungen überführt, die Rollen, Entscheidungsmechanismen, Monitoring-Protokolle und Konfliktlösungsverfahren klar festlegen. Auf lokaler Ebene unterstützte AGREEMAR die Umsetzung der MAR-Vereinbarungen durch die Kombination von technischen Briefings, politischer Orientierungshilfe und schrittweisen, partizipativen Methoden für die Ausarbeitung und Validierung der Vereinbarungen. Capacity-Building-Aktivitäten stärkten das Verständnis der Stakeholder für MAR, Modellierungsergebnisse und Governance-Optionen. Darüber hinaus wurde eine Toolbox aus Policy Briefs und Leitfäden erstellt, um Folgesteuerungsausschüsse bei der langfristigen MAR-Überwachung, -Betrieb und adaptiven Management zu unterstützen.
