Wir in Essen-Duisburg machen MINT (WE-DU MINT)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Ziel des Vorhabens war es, die MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in Duisburg und Essen zu stärken – insbesondere für Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Stadtteilen. Die Städte Duisburg und Essen im Ruhrgebiet stehen exemplarisch für eine Region im strukturellen Wandel. Geprägt von industrieller Vergangenheit, kultureller Vielfalt und hoher Zuwanderung, sehen sich beide Städte heute mit erheblichen sozialen und ökonomischen Herausforderungen konfrontiert. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Quartieren. Ein zentrales Problem ist die nach wie vor geringe Beteiligung von Mädchen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an MINT-Angeboten. Trotz zahlreicher außerschulischer Initiativen bleiben viele dieser Zielgruppen unterrepräsentiert – insbesondere dort, wo niedrigschwellige und alltagsnahe Zugänge fehlen. Vor diesem Hintergrund haben die MINT-Akteure der Städte Duisburg und Essen beschlossen sich zu dem Cluster WE-DU MINT zusammenzuschließen und die unüberschaubare Anzahl von Initiativen und größeren und kleineren Angeboten auf lokaler, regionaler Ebene, die häufig eher nebeneinander als miteinander agieren, zu bündeln und ein gemeinsames Netzwerk aufzubauen. Ziel war es, durch verschiedene, auch mobile und niedrigschwellige Formate, digitale Angebote und nachhaltige Kooperationen neue Wege der MINT-Bildung zu eröffnen und langfristige Strukturen aufzubauen. Die vier Teilprojekte MINT-onTour, MINT-summer, MINT-inside und MINT-digital wurden in enger Kooperation der UDE und der FOM konzipiert und umgesetzt. Jeder Verbundpartner übernahm die Federführung für eines der Projekte, während der jeweils andere das Konzept fachlich ergänzte. Für die Teilprojekte MINT-onTour sowie MINT-inside war die UDE federführend verantwortlich, für die Teilprojekte MINT-summer sowie MINT-digital die FOM. DUISentrieb e.V. übernahm im Bereich MINT-inside das Thema Computerwerkstatt und die Stadt Duisburg übernahm im Bereich MINT-digital das Thema Bildungslandkarte. Es entstand dadurch keine Konkurrenzsituation, sondern vielmehr eine breite sowie komplementäre Angebotslandschaft im MINT-Bereich. Die Einbindung spezifischer Fachkompetenzen der Partner ermöglichten innovative Aktivitäten und eine gezielte Vermittlung von neuartigen Inhalten an die Kinder und Jugendlichen Während der Projektlaufzeit konnten insgesamt über 1800 Kinder und Jugendliche erreicht werden – viele davon bei öffentlichen Veranstaltungen wie dem Wissenschaftssommer, dem Talentfestival oder Stadtteilfesten. Das Projekt war besonders erfolgreich darin, Kinder im Grundschulalter durch praktische Angebote für Technik zu begeistern. Auch wenn die Ansprache älterer Jugendlicher schwieriger war, konnten durch gezielte Formate dennoch wichtige Impulse gesetzt werden. Für die Teilprojekte MINT-onTour, MINT-Summer, MINT-inside und MINT-digital war ursprünglich vorgesehen, mindestens 2.020 Kinder und Jugendliche zu erreichen. Diese Zielzahl konnte im Projektverlauf nicht vollständig erreicht werden. Ursächlich hierfür waren insbesondere der verspätete Projektstart sowie Verzögerungen bei der Besetzung der Verbundkoordinatoren-Stelle, die sich auf die Umsetzung der Maßnahmen ausgewirkt haben. Ein weiterer Einflussfaktor lag in der ursprünglichen Annahme, dass bei den Teilprojekten MINT-onTour und MINT-summer durchschnittlich mindestens 20 Teilnehmende pro Termin erreicht werden würden. Die praktische Durchführung zeigte jedoch, dass die tatsächlichen Teilnehmendenzahlen pro Veranstaltung häufig zwischen 4 und 10 lagen – trotz intensiver Ansprache und sorgfältiger Planung. Positiv hervorzuheben ist, dass im Rahmen der Teilprojekte MINT-inside und MINT-digital deutlich mehr Termine realisiert werden konnten als ursprünglich vorgesehen. Anstelle der für alle Teilprojekte geplanten 162 Termine fanden insgesamt 211 Veranstaltungen statt. Dies verdeutlicht das hohe Engagement der beteiligten Partner sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Angebotsstruktur im Projektverlauf. Im Rahmen des MINT-Clusters konnten zahlreiche neue regionale Partner in Duisburg und Essen gewonnen werden, darunter Bildungseinrichtungen, gemeinnützige Organisationen und lokale Initiativen. Die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Akteuren wie dem Deutschen Kinderschutzbund oder dem Verein für Kinder- und Jugendarbeit ermöglichte gezielten Zugang zu sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Regionale Bildungsbüros, Bibliotheken und die VHS unterstützten das Projekt durch Infrastruktur und personelle Ressourcen, während regelmäßiger Austausch Transparenz und Vertrauen innerhalb des Netzwerks förderte. Darüber hinaus war der Cluster überregional in der MINT-Community aktiv vernetzt und leistete so einen nachhaltigen Beitrag zur Bildungslandschaft und Chancengleichheit in der Region. Das Projekt hat gezeigt, dass regionale MINT-Förderung dann besonders wirksam ist, wenn sie praxisnah, niedrigschwellig und gut vernetzt erfolgt. Durch die Kombination mobiler Formate, digitaler Infrastruktur und enger Kooperation zwischen Bildungsakteuren ist es gelungen, viele Kinder und Jugendliche mit Technik und Naturwissenschaften in Kontakt zu bringen – oft zum ersten Mal. Der geschaffene Cluster stellt eine zukunftsfähige Grundlage dar, um MINT-Bildung in der Region Duisburg-Essen dauerhaft zu verankern.

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