Randomisiert-kontrollierte Studie zur Lichttherapie bei depressiven Jugendlichen im stationären Setting (DeLight)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen eine hohe Zuwachsrate. Trotz der großen Bedeutung dieser Erkrankung im Kindes- und Jugendalter sind Effektivität und Sicherheit der gängigen pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungsansätze immer noch unzureichend untersucht. Daher ist die Prüfung ergänzender Therapien notwendig. Studien an Erwachsenen belegen die Effektivität von morgendlicher Lichttherapie nicht nur bei saisonal bedingter Depression. Erste eigene kontrollierte Pilot-Studien belegen die Praktikabilität von 2 Wochen Lichttherapie bei stationär behandelten depressiven Jugendlichen. Die Remissionsrate der depressiven Symptome betrug 46.7% nach Lichttherapie und 25.9% in der Kontrollbedingung; wegen der zu kleinen Fallzahl wurde dieser Unterschied nicht signifikant. Lichttherapie zeigte signifikant bessere Effekte auf die Schlafqualität und die Normalisierung des Tag-Nacht-Rhythmus.

Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, die Dauer der Lichttherapie an einer größeren Patientengruppe zu untersuchen und die Intervention auf 4 Wochen auszudehnen, da erfahrungsgemäß ein längerer Zeitraum benötigt wird, um eine nachhaltige antidepressive Wirkung zu erzielen. Hierzu wurden 224 stationär behandelte Jugendliche mit Depression zusätzlich zur Regelbehandlung (treatment as usual, TAU) entweder eine 28-tägige lichttherapeutische Augmentationsbehandlung mit Lichtbrillen (10.000 Lux) oder eine Behandlung mit rotem Licht (100 Lux) erhalten. Primärer Endpunkt war die Remission der depressiven Symptomatik nach 28 Tagen im Selbsturteil (BDI-II); es folgt eine 6-monatige Nachbeobachtung.

In der vorliegenden Studie konnten keine Unterschiede zwischen der aktiven Kontroll- und der Interventionsgruppe hinsichtlich wirksamer Effekte einer zusätzlichen lichttherapeutischen Behandlung gefunden werden. Dies widerspricht den Ergebnissen der Pilotstudien. Als limitierende Faktoren sind die hochbelastete, deutlich schwerer erkrankte Klientel im Vergleich zur Vorstudie und fraglich mangelnder Compliance bei sehr eigenverantwortlicher Anwendung der Lichtbrille im Vergleich zu einer betreuten und stärker kontrollierten Anwendung in der Pilotstudie zu sehen. Zwar wurde regelmäßig nach der Compliance gefragt und es wurde entsprechend notiert, ob die Lichttherapie stattgefunden hat, es konnte aber nicht immer in voller Gänze überprüft werden. Vor diesem Hintergrund sind weitere Studien notwendig, um die Wirksamkeit einer Lichttherapie im Kindes- und Jugendalter zu untersuchen und die Mechanismen des Schlaf-Wach-Rhythmus bei Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen.

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