Stand der Diskussion um die gesundheitlichen Aspekte künstlicher Mineralfasern
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Unter Bezug auf zwei internationale Konferenzen, die 1982 stattfanden, wird über neuere Forschungsergebnisse berichtet, die außer den bekannten Reizungen von Haut und Schleimhäuten bisher keine anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erkennen lassen. Die Vermutung einer kanzerogenen Potenz von künstlichen Mineralfasern stützt sich auf Tierversuche, deren Aussagefähigkeit im Licht der Gefährlichkeitsmerkmale-Verordnung und der EG-Richtlinie vom 15. Oktober 1979 geprüft wird. Unter den Kriterien stehen epidemiologische Kriterien an erster Stelle; es folgen bestimmte Arten von Tierversuchen, denen die Experimente mit intraperitonealer Applikation nicht entsprechen. Tierexperimentelle Untersuchungen, die das natürliche Abwehrsystem des Organismus in Funktion lassen, wie die Zufuhr über die Atemwege, über den Verdauungstrakt oder über die Haut, erbrachten keine kritischen Befunde im Sinne der Vorsorgemedizin. Besonderes Gewicht ist auf Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen zu legen. Obwohl bei vielen vorliegenden Studien wesentliche Gesichtspunkte der Begleitumstände der Exposition und der Auswahl des Vergleichskollektivs nicht berücksichtigt wurden, ergaben diese keinen Hinweis auf ein wesentliches Risiko für die Entstehung oder Verschlimmerung maligner oder nichtmaligner Erkrankungen des bronchopulmonalen Systems durch KMF-Exposition. Abschließend wird auf Ergebnisse der in-vitro-Studien zur chemischen Beständigkeit von künstlichen Mineralfasern, auf die Meßtechnik sowie Exposition und Emissionsverhältnisse eingegangen.