Medizintouristen - eine Quelle für importierte Pathogene. Eine Statuserhebung in NRW mit Schwerpunkt MERS-Coronavirus (MERSTour)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Vor der COVID-19-Pandemie wurden in deutschen Kliniken jährlich ca. 250.000 internationale Patientinnen und Patienten behandelt. Ewa 45 % reisten ausschließlich aufgrund der medizinischen Behandlung ein ("Medizintourismus"). Schwerpunktregionen außerhalb Europas bildeten die Länder der arabischen Halbinsel sowie die Russische Föderation. Die Aufnahme internationaler Patientinnen und Patienten birgt das Risiko für den Eintrag nicht endemischer, nosokomial übertragbarer Krankheitserreger in das deutsche Gesundheitssystem. Anhand der vorliegenden Daten war eine Abschätzung dieses Risikos im Zusammenhang mit Medizintourismus in NRW jedoch nicht möglich. Im Projekt MERSTour sollten in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern, die internationale Patientinnen und Patienten behandeln, entsprechende Daten erhoben und für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) verfügbar gemacht werden. Der Fokus des Projekts lag auf dem in Deutschland nicht endemischen Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV). Das Virus ist auf der Arabischen Halbinsel endemisch und wird durch Dromedare auf den Menschen übertragen, hat aber auch Potential für nosokomiale Übertragungen. Weiterhin wurden resistente bakterielle Erreger (Multiresistente Gramnegative Erreger (4MRGN) sowie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)) in das Projekt einbezogen, für die sowohl in Russland als auch im arabischen Raum höhere Prävalenzen als in Deutschland beschrieben sind. Für MRSA und 4MRGN liegen krankenhaushygienische Empfehlungen für die Vermeidung nosokomialer Übertragungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (KRINKO) vor. Ziel des Projekts war es, Handlungsempfehlungen für den Umgang mit internationalen Patientinnen und Patienten für den ÖGD und für Krankenhäuser zu erarbeiten.

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