Assistierte Fahrfunktionen auf Landstraßen
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Abstract
Der Einsatz von assistierten Fahrfunktionen nach SAE-L2 birgt Sicherheitsrisiken, insbesondere wenn die Systeme die Fahrer:innen über längere Zeiträume bei der Längs- und Querführung unterstützen, ohne sie ausreichend in die Fahraufgabe einzubinden. Eine verminderte aktive Beteiligung (Driver Engagement) kann dazu führen, dass Fahrer:innen bei technischen Einschränkungen oder Systemgrenzen nicht mehr in der Lage sind, rechtzeitig und angemessen einzugreifen. L2-Fahrfunktionen wurden primär für den Einsatz auf autobahnähnlichen Straßen konzipiert. Allerdings unterliegen sie keinen gesetzlichen Einschränkungen hinsichtlich ihres Einsatzbereichs, was bedeutet, dass sie prinzipiell auch auf Landstraßen genutzt werden können. Landstraßen zeichnen sich jedoch durch eine Vielzahl infrastruktureller Herausforderungen aus, die besondere Anforderungen an diese Technologien stellen. Diese Aspekte werfen die grundlegende Frage auf, ob und inwieweit L2-Fahrfunktionen für den Einsatz auf Landstraßen geeignet sind und wie ein sicherer Betrieb unter diesen Bedingungen gewährleistet werden kann. Das Forschungsprojekt verfolgte zwei Ziele: die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von L2- Fahrfunktionen auf Landstraßen zu untersuchen sowie deren Einfluss auf das Driver Engagement näher zu beleuchten. Dazu wurden die Funktionen im realen Verkehr und anschließend unter kontrollierten Bedingungen anhand neu entwickelter und für Landstraßen repräsentativer Testszenarien auf dem Testgelände geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass eine dauerhaft zuverlässige Funktion der getesteten Quer- und Längsführungssysteme auf Landstraßen mit infrastrukturellen Mängeln und den für Landstraßen typischen komplexeren Verkehrssituationen nicht gewährleistet ist. Sicherheitskritische Situationen aus dem Realverkehr konnten in repräsentative Testszenarien für den Einsatz auf der Teststrecke überführt werden. Dies ermöglicht es, aus den Testergebnissen auf der Teststrecke Rückschlüsse auf typische Landstraßensituationen zu ziehen und bietet eine fundierte Grundlage für die Bewertung der Systemleistung unter kontrollierten Bedingungen. Die eingesetzte Methode zur Analyse des Driver Engagements, basierend auf Schömig et al. [9], erlaubte eine vergleichende Bewertung des Fahrverhaltens nach Testszenarien und Fahrzeugen. Mit dieser Methode lassen sich indirekt Rückschlüsse auf das Driver Engagement ziehen. Spezifische Aussagen zur Beteiligung der Fahrer:innen sowie zu Art und Ausmaß der Einbindung durch die L2-Systeme lassen sich nicht treffen. Datei-Upload durch TIB
The use of assisted driving functions in accordance with SAE-L2 harbours safety risks, especially if they support drivers in longitudinal and lateral guidance over longer periods of time without involving them sufficiently in the driving task. Reduced active participation (driver engagement) can lead to drivers no longer being able to intervene appropriately and in good time in the event of technical restrictions or system limits. L2 driving functions were primarily designed for use on roads similar to motorways. However, they are not subject to any legal restrictions regarding their area of application, which means that they can also be used on rural roads. However, rural roads are characterised by a number of infrastructural challenges that place special demands on these technologies. These aspects raise the fundamental question of whether and to what extent L2 driving functions are suitable for use on rural roads and how safe operation can be guaranteed under these conditions. The research project pursued two objectives: to analyse the performance and safety of L2 driving functions on rural roads and to investigate their influence on driver engagement. To this end, the functions were tested in real traffic and then under controlled conditions using newly developed test scenarios representative of rural roads on the proving ground. The results show that the tested lateral and longitudinal guidance systems connot be guaranteed to function reliably in the long term on rural roads with infrastructural deficiencies and the more complex traffic situations typical of rural roads. Safety-critical situations from real traffic could be transferred to representative test scenarios on the test track. This makes it possible to draw typical road situations from the test results on the test track and provides a solid basis for evaluating system performance under controlled conditions. The method used to analyse driver engagement, based on Schömig et al. [9], allowed a comparative evaluation of driving behaviour according to the test scenarios and vehicles. This method allows indirect conclusions to be drawn about driver engagement. Specific statements on driver engagement and the type and extent of involvement by the L2 systems cannot be made.
