Triadisches Modell der Genomregulation bei Autismus : Initiatoren, Modulatoren und Effektoren
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Autismus entsteht aus dem Zusammenspiel genetischer, epigenetischer und entwicklungsbiologischer Prozesse, deren funktionale Verknüpfung bislang nur unzureichend verstanden ist. Die Forschung behandelt diese Ebenen häufig getrennt, was zu einem fragmentierten Bild der zugrunde liegenden Mechanismen führt. Diese Arbeit entwickelt ein triadisches GenomRegulations-Framework, das drei zentrale Mechanismen – de-novo-Mutationen als Initiatoren, epigenetische Prozesse als Modulatoren und dysregulierte Entwicklungsprogramme als Effektoren – als dynamisch miteinander verschränkte Ebenen beschreibt. Das Modell erklärt, wie unterschiedliche genetische Ausgangsbedingungen in gemeinsame funktionelle Endpunkte münden können und warum identische Varianten zu variablen Phänotypen führen. Es bietet damit eine mechanistische Grundlage für die ausgeprägte Heterogenität autistischer Entwicklungsverläufe und die wiederkehrenden Muster in Genexpression und neuronaler Organisation. Abschließend werden die Implikationen für Diagnostik und Forschung diskutiert, einschließlich der Notwendigkeit mehrschichtiger Ansätze, die genetische, epigenetische und programmatische Ebenen gemeinsam berücksichtigen. Das Framework integriert bestehende Befunde und eröffnet neue Perspektiven für zukünftige empirische Untersuchungen.
