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    Anthropologische und kulturhistorische Geschlechtermodelle : mit Fokus auf Autismus, Wahrnehmung und Identitätslogiken
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Diese Arbeit untersucht kulturhistorische und anthropologische Geschlechtermodelle und vergleicht sie systematisch mit autistischen Wahrnehmungs und Identitätslogiken. Während westliche Gesellschaften Geschlecht als binäre und sozial stark normierte Kategorie strukturieren, zeigen zahlreiche indigene und historische Kulturen deutlich flexiblere Modelle. Beispiele wie die Hijras in Indien Nanda 1990, Two Spirit Identitäten in Nordamerika Roscoe 1991 oder Faafafine in Samoa Schmidt 2003 verdeutlichen, dass Geschlecht nicht universell binär gedacht wird, sondern kulturell konstruiert ist. Diese Vielfalt bietet einen analytischen Rahmen, um autistische Geschlechtsidentität und Wahrnehmung jenseits westlicher Normen zu verstehen. Die Arbeit argumentiert, dass autistische Menschen aufgrund ihrer sensorischen, kognitiven und sozialen Wahrnehmungslogiken häufig weniger an kulturelle Geschlechterrollen gebunden sind. Forschung zu autistischen Informationsverarbeitungsweisen Frith 1989; Happé 1999; Milton 2012 zeigt, dass autistische Menschen stärker an innerer Konsistenz orientiert sind und weniger an impliziten sozialen Erwartungen. Anthropologische Modelle dienen daher nicht als Vergleich exotischer Kulturen, sondern als theoretische Werkzeuge, um die Vielfalt menschlicher Geschlechtslogiken sichtbar zu machen. Die Analyse zeigt, dass viele Konflikte zwischen autistischen Menschen und ihrer sozialen Umgebung nicht aus der Identität selbst entstehen, sondern aus der kulturellen Enge westlicher Geschlechterordnungen. Ein kulturvergleichender Ansatz eröffnet damit neue Perspektiven für Diagnostik, Forschung und gesellschaftliche Anerkennung.
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    Spannungsfelder der Identität : Autonomie, Rolle, Körper und Bedürfnis im Zusammenspiel von Autismus, Gender und Sexualität
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Die vorliegende Arbeit untersucht vier zentrale Spannungsfelder, die das Zusammenspiel von Autismus, Gender und Sexualität strukturieren. Diese Spannungsfelder entstehen dort, wo individuelle Wahrnehmung, körperliche Realität und gesellschaftliche Erwartungen aufeinandertreffen. Das Verhältnis von Autonomie und Anpassung beschreibt die Kräfte, die Menschen zwischen innerer Orientierung und äußerer Anforderung bewegen. Das Verhältnis von Identität und Rolle zeigt, wie Selbstwahrnehmung und soziale Zuschreibung miteinander konkurrieren und wie neurodivergente Wahrnehmung diese Dynamik verändert. Das Verhältnis von Körper und Kultur verbindet unmittelbare Empfindungen mit kulturellen Bedeutungen, die häufig stärker wirken als die körperlichen Signale selbst. Das Verhältnis von Bedürfnis und Norm markiert den Raum, in dem persönliche Grenzen und Wünsche mit gesellschaftlichen Regeln verhandelt werden. Durch die Analyse dieser vier Linien entsteht ein Modell, das individuelle Erfahrung mit sozialen und kulturellen Strukturen verbindet. Die Arbeit zeigt, dass neurodivergente Wahrnehmung besondere Formen von Klarheit, Sensibilität und Integrität hervorbringt und dass soziale Räume oft nicht auf diese Wahrnehmungslogik abgestimmt sind. Die Untersuchung legt damit einen theoretischen und phänomenologischen Rahmen, der für weiterführende gesellschaftliche, medizinische und politische Fragestellungen nutzbar ist und einen Beitrag zu einem Verständnis von Vielfalt als eigenständiger Form menschlicher Erfahrung leistet
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    Autismus, Geschlecht und Sexualität als Entwicklungsachsen : Ein theoretischer Rahmen für neurobiologische und psychosoziale Perspektiven
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Autistische Entwicklung wird seit Jahrzehnten durch Modelle beschrieben, die stark von historischen und kulturellen Verzerrungen geprägt sind. Diese Verzerrungen entstanden aus frühen medizinischen Beschreibungen, die vor allem männliche Ausdrucksformen berücksichtigten und Autismus lange in der Nähe der Schizophrenie verorteten. Die vorliegende Arbeit entwickelt einen theoretischen Rahmen, der Autismus als eigenständige Entwicklungsform beschreibt und die Achsen Geschlecht und Sexualität systematisch in diesen Prozess einordnet. Auf neurobiologischer Ebene werden sensorische Integration, hormonelle Regulation und Stresssysteme als zentrale Mechanismen dargestellt, die Wahrnehmung, Identität und Beziehungsgestaltung beeinflussen. Auf psychosozialer Ebene werden Rollenlernen, Maskierung und Kommunikationslogiken analysiert, die autistische Lebenswege in sozialen Kontexten prägen. Die klinischen und gesellschaftlichen Folgen zeigen, dass viele Missverständnisse über Autismus aus normativen Erwartungen entstehen, nicht aus der autistischen Entwicklung selbst. Die Arbeit argumentiert, dass ein integratives Modell notwendig ist, das biologische Grundlagen, psychosoziale Dynamiken und kulturelle Strukturen verbindet, um die Vielfalt autistischer Lebenswege sichtbar zu machen und Fehlinterpretationen in Diagnostik, Therapie und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu reduzieren.
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    Triadisches Modell der Genomregulation bei Autismus : Initiatoren, Modulatoren und Effektoren
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Autismus entsteht aus dem Zusammenspiel genetischer, epigenetischer und entwicklungsbiologischer Prozesse, deren funktionale Verknüpfung bislang nur unzureichend verstanden ist. Die Forschung behandelt diese Ebenen häufig getrennt, was zu einem fragmentierten Bild der zugrunde liegenden Mechanismen führt. Diese Arbeit entwickelt ein triadisches GenomRegulations-Framework, das drei zentrale Mechanismen – de-novo-Mutationen als Initiatoren, epigenetische Prozesse als Modulatoren und dysregulierte Entwicklungsprogramme als Effektoren – als dynamisch miteinander verschränkte Ebenen beschreibt. Das Modell erklärt, wie unterschiedliche genetische Ausgangsbedingungen in gemeinsame funktionelle Endpunkte münden können und warum identische Varianten zu variablen Phänotypen führen. Es bietet damit eine mechanistische Grundlage für die ausgeprägte Heterogenität autistischer Entwicklungsverläufe und die wiederkehrenden Muster in Genexpression und neuronaler Organisation. Abschließend werden die Implikationen für Diagnostik und Forschung diskutiert, einschließlich der Notwendigkeit mehrschichtiger Ansätze, die genetische, epigenetische und programmatische Ebenen gemeinsam berücksichtigen. Das Framework integriert bestehende Befunde und eröffnet neue Perspektiven für zukünftige empirische Untersuchungen.
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    Reduzierte Endocannabinoid-Signalgebung bei Autismus-Spektrum-Störung : Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Seidel, Lutz
    Das Endocannabinoid-System (ECS) reguliert die neuronale Entwicklung, synaptische Plastizität, Stressreaktivität und das Sozialverhalten. Studien zu peripheren Endocannabinoiden bei AutismusSpektrum-Störung (ASS) liefern bislang uneinheitliche Ergebnisse. Eine quantitative Synthese ist erforderlich, um zu klären, ob spezifische Veränderungen der Endocannabinoide robuste biologische Marker für ASS darstellen.
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    Ein alternativer antifungaler Ansatz : Sabotage der Anpassungsfähigkeit pathogener Pilze durch Modulation von TORC1-Netzwerken, epigenetischer Plastizität, Stressachsen, Membranbiophysik und Eisenhomöostase
    (Hannover : Technische Informationsbibliothek, 2026) Seidel, Lutz; Martin, Paul
    Die antifungale Resistenz nimmt weltweit rapide zu und gefährdet die Wirksamkeit der wenigen verfügbaren Wirkstoffklassen. Bestehende Antimykotika greifen überwiegend einzelne Enzyme oder lineare Stoffwechselwege an, die evolutionär leicht zu umgehen sind. Dieses konzeptionelle Papier schlägt eine alternative therapeutische Strategie vor, die nicht auf die Hemmung klassischer Zielstrukturen wie Ergosterol- oder Zellwandsynthese abzielt, sondern auf die Sabotage der systemischen Anpassungsfähigkeit pathogener Pilze. Wir integrieren mechanistische, genetische und netzwerkbasierte Überlegungen und zeigen, wie fungenspezifische Module des TORC1-Netzwerks, epigenetische Plastizität, Stressachsen (HOG, MAPK, Calcineurin), Membranbiophysik und Eisenhomöostase unter wirtsabhängigen Bedingungen gezielt moduliert werden können. Am Beispiel von Candida albicans entwickeln wir ein konzeptionelles Arbeitsmodell, das verdeutlicht, wie kontextabhängige Aktivierung (37–40 °C, Serum, ROS, Hypoxie) antifungale Aktivität im Wirt ermöglicht, ohne Umwelt-Selektionsdruck zu erzeugen. Dieser Ansatz ist resistenzrobust, One-Health-kompatibel und könnte die Grundlage für eine neue Klasse antifungaler Therapeutika bilden, die die Anpassungsfähigkeit von Pilzen statt einzelner Enzyme angreift.
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    Substanzgebrauch und Selbstmedikation bei Autismus und ADHS : Eine systematische Übersicht
    (Genève : CERN, 2026) Seidel, Lutz; Martin, Paul
    Diese Arbeit untersucht funktionalen Substanzgebrauch bei neurodivergenten Menschen aus einer kulturwissenschaftlich informierten, neurodiversitätsorientierten Perspektive. Im Gegensatz zu gängigen Modellen, die Substanzgebrauch primär als Ausdruck individueller Fehlanpassung oder Sucht interpretieren, zeigt die Analyse, dass viele neurodivergente Menschen Substanzen nutzen, um sensorische Überlastung, emotionale Dysregulation, soziale Überforderung oder chronische Stresszustände zu regulieren. Substanzen übernehmen dabei Funktionen, die in einem idealen Versorgungssystem durch Diagnostik, Therapie und soziale Unterstützung abgedeckt wären. Die Arbeit zeigt, dass funktionaler Konsum nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern eingebettet ist in ein Gefüge aus diagnostischen Lücken, institutionellen Barrieren und gesellschaftlichen Normen. Unterdiagnostizierung, Fehldiagnosen und unpassende therapeutische Angebote tragen ebenso zur Entstehung funktionalen Konsums bei wie ableistische Sprachmuster und kulturelle Erwartungen an Anpassung und Produktivität. Diagnostik wird dabei nicht als rein medizinisches Verfahren verstanden, sondern als kulturelle Praxis, die soziale Ordnung herstellt und neurodivergente Lebensweisen häufig marginalisiert. Auf Grundlage qualitativer Daten, theoretischer Modelle und subjektiver Erfahrungsberichte entwickelt die Arbeit ein integratives Rahmenmodell, das funktionalen Substanzgebrauch als kontextabhängige Bewältigungsstrategie beschreibt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine wirksame Prävention und Versorgung nicht allein auf individueller Ebene ansetzen kann, sondern strukturelle Veränderungen erfordert: ND-sensible Diagnostik, barrierefreie therapeutische Angebote, partizipative Forschung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die neurodivergente Bedürfnisse ernst nehmen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zu einem differenzierten Verständnis neurodivergenten Substanzgebrauchs und zeigt Wege auf, wie Versorgungssysteme gestaltet werden können, die neurodivergente Menschen nicht zur Anpassung zwingen, sondern ihnen ermöglichen, ihre Lebensrealität ohne ständige Überforderung zu gestalten.
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    Psychohygiene und Alltagsstrategien neurodivergenter Menschen : Zwischen Reizschutz, Selbstfürsorge und spiritueller Praxis
    (Genève : CERN, 2026) Seidel, Lutz; Martin, Paul
    Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Psychohygiene und alltagspraktischen Strategien zur Förderung psychischer Gesundheit aus einer neurodivergenten Perspektive, mit besonderem Fokus auf autistische Menschen. Sie richtet sich insbesondere an Fachpersonen, Angehörige und Betroffene, die sich mit den spezifischen Herausforderungen und Ressourcen neurodivergenter Lebensrealitäten auseinandersetzen. Ziel ist es, theoretische Grundlagen mit konkreten Handlungsempfehlungen zu verbinden, die auf die sensorischen, sozialen und strukturellen Bedürfnisse autistischer Personen zugeschnitten sind. Methodisch basiert die Arbeit auf einer Literaturrecherche sowie der Analyse erfahrungsbasierter und praxisorientierter Ansätze aus Psychologie, Disability Studies und Selbstvertretung. Die Ergebnisse zeigen, dass individuell anpassbare, reizsensible und strukturgebende Maßnahmen wie Stimming, Reizregulation und soziale Selbstbestimmung einen zentralen Beitrag zur psychischen Stabilität leisten können. Die Arbeit schließt mit einem praxisorientierten Katalog an Strategien zur Stärkung der eigenen Psychohygiene im neurodivergenten Alltag.
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    Cannabiskonsum und Autismus : Substanzgebrauch als Strategie der Selbstregulationn
    (Genève : CERN, 2026) Seidel, Lutz; Martin, Paul
    Diese Arbeit entwickelt ein theoretisches Modell, das den Cannabiskonsum im Kontext von Autismus als potenziell funktionale Form der Selbstregulation versteht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass autistische Menschen aufgrund sensorischer Besonderheiten, veränderter Stressphysiologie und interozeptiver Unterschiede häufig Zustände erleben, die schwer zu regulieren sind. Cannabis wird in diesem Zusammenhang nicht primär hedonistisch konsumiert, sondern erfüllt spezifische Funktionen: Es kann Übererregung dämpfen, affektive Zustände stabilisieren, soziale Interaktion erleichtern oder innere Zustände besser vorhersagbar machen. Die Arbeit integriert neurobiologische, psychologische und kulturelle Perspektiven und rückt insbesondere die Rolle des Endocannabinoid-Systems (ECS) in der Stressverarbeitung, Interozeption und Homöostase in den Fokus. Der Cannabiskonsum wird als Teil eines kulturübergreifenden, evolutionär verankerten Musters funktionaler Selbstmedikation verstanden. Die Grenze zwischen funktionalem und riskantem Gebrauch wird dabei nicht pharmakologisch, sondern ökologisch definiert abhängig von individuellen Bedürfnissen, sozialen Bedingungen und der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung. Die Arbeit plädiert für eine differenzierte, nicht-moralisierende Auseinandersetzung mit Substanzgebrauch im Kontext von Neurodivergenz und betont die Bedeutung informierter Begleitung und psychoedukativer Zugänge im Umgang mit psychoaktiven Substanzen.
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    Endocannabinoid-System und Autismus : Neurobiologische Grundlagen, klinische Relevanz und gesellschaftliche Perspektiven
    (Genève : CERN, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein komplexes neuromodulatorisches Netzwerk, das zentrale Funktionen in der Regulation von Homöostase, Stressverarbeitung, neuronaler Plastizität und sozialem Verhalten übernimmt. In den letzten Jahren ist das Interesse an seiner Rolle bei neurodivergenten Entwicklungsverläufen insbesondere bei Autismus Spektrum-Störungen (ASS) deutlich gestiegen. Diese Arbeit bietet einen interdisziplinären Überblick über die neurobiologischen Grundlagen des ECS und beleuchtet dessen potenzielle Relevanz für das Verständnis autistischer Phänomene. Basierend auf tierexperimentellen und klinischen Studien wird eine mögliche Dysregulation des ECS bei autistischen Personen diskutiert, insbesondere im Hinblick auf veränderte Anandamid-Spiegel und CB1-Rezeptoraktivität. Eine aktuelle Metaanalyse weist auf konsistente Abweichungen in peripheren endocannabinoiden Markern hin. Darüber hinauswerden diagnostische und therapeutische Implikationen sowie ethische und gesellschaftliche Fragestellungen im Kontext neurodiversitätssensibler Forschung erörtert. Die Arbeit plädiert für eine partizipative, interdisziplinäre und ethisch reflektierte Weiter Entwicklung des Forschungsfeldes, um das Potenzial des ECS verantwortungsvoll für eine individualisierte und inklusive Versorgung neurodivergenter Menschen zu erschließen.
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    Substanzen als Werkzeuge der Selbstregulation : Zwischen Neurodivergenz, Kultur und der Biologie der Selbstmedikation
    (Genève : CERN, 2026-02-18) Seidel, Lutz; Martin, Paul
    Diese Arbeit entwickelt ein theoretisches Modell, das Substanzgebrauch im Kontext von Neurodivergenz als funktionale Form der Selbstregulation versteht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass neurodivergente Menschen aufgrund sensorischer Besonderheiten, veränderter Stressphysiologie und unterschiedlicher interozeptiver Wahrnehmung häufiger Zustände erleben, die schwer zu regulieren sind. Substanzen werden in diesem Rahmen nicht primär hedonistisch genutzt, sondern erfüllen spezifische Funktionen: Sie dämpfen Überlastung, stabilisieren Aufmerksamkeit, erleichtern soziale Interaktion oder machen innere Zustände vorhersehbarer. Die Arbeit verbindet biologische, kulturelle und anthropologische Perspektiven. Sie zeigt, dass Substanzgebrauch evolutionäre Wurzeln besitzt, im Tierreich als Form der Selbstmedikation vorkommt und in menschlichen Kulturen seit Jahrtausenden in soziale, rituelle und medizinische Systeme eingebettet ist. Moderne Prohibitionslogiken werden als historisch junge, kulturell spezifische Narrative verstanden, die funktionale Aspekte des Substanzgebrauchs häufig überdecken. Im Zentrum steht ein Modell der Psychohygiene, das Substanzgebrauch als Teil eines dynamischen Gleichgewichts zwischen Belastung und Entlastung beschreibt. Die Grenze zwischen funktionaler und riskanter Nutzung wird dabei nicht pharmakologisch definiert, sondern ökologisch: Sie hängt von verfügbaren Ressourcen, sozialen Bedingungen und der Fähigkeit ab, innere Zustände wahrzunehmen und zu interpretieren. Aufklärung und Begleitung werden als zentrale Elemente eines reflektierten Umgangs mit Substanzen verstanden nicht normativ, sondern befähigend. Diese Arbeit erhebt keinen therapeutischen Anspruch, sondern bietet einen theoretischen Rahmen, der neue Perspektiven auf Substanzgebrauch und Neurodivergenz eröffnet. Sie zeigt, dass ein differenziertes Verständnis nur möglich ist, wenn biologische, kulturelle und individuelle Ebenen gemeinsam betrachtet werden. Das Modell lädt dazu ein, Substanzgebrauch jenseits von Pathologisierung und Moralisierung zu denken und die Vielfalt menschlicher Selbstregulation ernst zu nehmen.
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    Bewusstsein und Neurodivergenz : Eine transdisziplinäre Annäherung an veränderte Bewusstseinszustände
    (Genève : CERN, 2026) Martin, Paul; Seidel, Lutz
    Viele neurodivergente Menschen erleben früh das Gefühl, nicht von dieser Welt zu sein ein tiefes Fremdheitsgefühl gegenüber einer Umwelt, die nach anderen Regeln zu funktionieren scheint. Auf der Suche nach Erklärung und Integration stoßen sie häufig auf Praktiken der Bewusstseinsmodulation: Meditation, Atemtechniken, spirituelle Rituale und nicht selten auch auf psychedelische Substanzen. Diese Arbeit zeichnet den Weg der Bewusstwerdung aus ND Perspektive nach nicht als hedonistische Eskapade, sondern als existenziellen Versuch, Anschluss an eine neurotypische Welt zu finden. Dabei werden zentrale Ideen von Leary, Huxley und Wilson aufgegriffen, um die kulturelle, psychologische und spirituelle Dimension dieser Suche zu beleuchten. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Bedeutung veränderter Bewusstseinszustände im Leben neurodivergenter Menschen zu entwickeln und neue Perspektiven für Forschung, Therapie und gesellschaftliche Anerkennung zu eröffnen.
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    Digitalisierung in den Gesundheitsberufen
    ([Leverkusen] : Verlag Barbara Budrich, 2024) Weyland, Ulrike; Koschel, Wilhelm; Reiber, Karin; Dorin, Lena; Peters, Miriam; Arndt, Laura; Behr, Dominik; Bergmann, Dana; Buchmann, Ulrike; Ebbighausen, Marc; Engl, Anna-Teresa; Ettl, Katrin; Fathi, Madjid; Fischer, Andreas; Freese, Christiane; Haussmann, Andreas; Hiestand, Stefanie; Hofstetter, Sebastian; Hüttner, Aneli; Jahn, Patrick; Jürgensen, Anke; Kaiser, Sophie; Kaufhold, Marisa; Kismihók, Gábor; Klus, Christina; Kobus, Julia; Köhler, Sonja; Kraft, Bernhard; Makowsky, Katja; Meng, Michael; Michel, Natalie; Nagel, Lisa; Nauerth, Annette; Nerdel, Claudia; Paulicke, Denny; Preißler, Ronja; Rasheed, Hasan A.; Rechl, Friederike; Richter, Katja E.; Richter, Patrick; Schröder, Martina; Schröer, Laura; Schwarz, Karsten; Seltrecht, Astrid; Steindorff, Jenny-Victoria; Stirner, Alexander; Stoevesandt, Dietrich; Völz, Silke; Wagner-Herrbach, Cornelia; Weber, Christian; Wittmann, Eveline; Zepelin, Lyn Anne von; Ziegler, Sven; Zilezinski, Max
    Digitale Technologien führen zu veränderten Kommunikations-, Lern- und Arbeitsformen. Für die Gesundheitsberufe ergeben sich durch die Digitalisierung vielfältige Veränderungen und Herausforderungen, die bei positiver Wendung auch als Chance verstanden werden können. Wenn Digitalisierungsprozesse in den Gesundheitsberufen aktiv durch die Berufsgruppen mitgestaltet werden, so können positive Ansätze für die Versorgung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen entwickelt werden, aber ebenso für die Professionalisierung der Fachkräfte und des beruflichen Bildungspersonals. Dieser Band dokumentiert die Beiträge zum AG-BFN-Forum „Digitalisierung in den Gesundheitsberufen“, das im Oktober 2021 an der Universität Münster stattfand. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalität in pflege- und gesundheitsberuflichen Handlungsfeldern, Professionalisierung des Bildungspersonals und digital gestützte Lehr-/Lernszenarien in den Gesundheitsberufen.
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    An Artificial Intelligence-Based Tool for Data Analysis and Prognosis in Cancer Patients: Results from the Clarify Study
    (Basel : MDPI, 2022) Torrente, María; Sousa, Pedro A.; Hernández, Roberto; Blanco, Mariola; Calvo, Virginia; Collazo, Ana; Guerreiro, Gracinda R.; Núñez, Beatriz; Pimentao, Joao; Sánchez, Juan Cristóbal; Campos, Manuel; Costabello, Luca; Novacek, Vit; Menasalvas, Ernestina; Vidal, María Esther; Provencio, Mariano
    Background: Artificial intelligence (AI) has contributed substantially in recent years to the resolution of different biomedical problems, including cancer. However, AI tools with significant and widespread impact in oncology remain scarce. The goal of this study is to present an AI-based solution tool for cancer patients data analysis that assists clinicians in identifying the clinical factors associated with poor prognosis, relapse and survival, and to develop a prognostic model that stratifies patients by risk. Materials and Methods: We used clinical data from 5275 patients diagnosed with non-small cell lung cancer, breast cancer, and non-Hodgkin lymphoma at Hospital Universitario Puerta de Hierro-Majadahonda. Accessible clinical parameters measured with a wearable device and quality of life questionnaires data were also collected. Results: Using an AI-tool, data from 5275 cancer patients were analyzed, integrating clinical data, questionnaires data, and data collected from wearable devices. Descriptive analyses were performed in order to explore the patients’ characteristics, survival probabilities were calculated, and a prognostic model identified low and high-risk profile patients. Conclusion: Overall, the reconstruction of the population’s risk profile for the cancer-specific predictive model was achieved and proved useful in clinical practice using artificial intelligence. It has potential application in clinical settings to improve risk stratification, early detection, and surveillance management of cancer patients.
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    Traditional Machine Learning Models and Bidirectional Encoder Representations From Transformer (BERT)-Based Automatic Classification of Tweets About Eating Disorders: Algorithm Development and Validation Study
    (Toronto : [Verlag nicht ermittelbar], 2022) Benítez-Andrades, José Alberto; Alija-Pérez, José-Manuel; Vidal, Maria-Esther; Pastor-Vargas, Rafael; García-Ordás, María Teresa
    Background: Eating disorders affect an increasing number of people. Social networks provide information that can help. Objective: We aimed to find machine learning models capable of efficiently categorizing tweets about eating disorders domain. Methods: We collected tweets related to eating disorders, for 3 consecutive months. After preprocessing, a subset of 2000 tweets was labeled: (1) messages written by people suffering from eating disorders or not, (2) messages promoting suffering from eating disorders or not, (3) informative messages or not, and (4) scientific or nonscientific messages. Traditional machine learning and deep learning models were used to classify tweets. We evaluated accuracy, F1 score, and computational time for each model. Results: A total of 1,058,957 tweets related to eating disorders were collected. were obtained in the 4 categorizations, with The bidirectional encoder representations from transformer-based models had the best score among the machine learning and deep learning techniques applied to the 4 categorization tasks (F1 scores 71.1%-86.4%). Conclusions: Bidirectional encoder representations from transformer-based models have better performance, although their computational cost is significantly higher than those of traditional techniques, in classifying eating disorder-related tweets.
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    Non Thermal Plasma Sources of Production of Active Species for Biomedical Uses: Analyses, Optimization and Prospect
    (London : IntechOpen, 2011) Yousfi, M.; Merbahi, N.; Sarrette, P. J.; Eichwald, O.; Ricard, A.; Gardou, J.P.; Ducasse, O.; Benhenni, M.; Fazel-Rezai, Reza
    [no abstract available]
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    The systems biology format converter
    (London : BioMed Central, 2016) Rodriguez, Nicolas; Pettit, Jean-Baptiste; Dalle Pezze, Piero; Li, Lu; Henry, Arnaud; van Iersel, Martijn P.; Jalowicki, Gael; Kutmon, Martina; Natarajan, Kedar N.; Tolnay, David; Stefan, Melanie I.; Evelo, Chris T.; Le Novère, Nicolas
    Background: Interoperability between formats is a recurring problem in systems biology research. Many tools have been developed to convert computational models from one format to another. However, they have been developed independently, resulting in redundancy of efforts and lack of synergy. Results: Here we present the System Biology Format Converter (SBFC), which provide a generic framework to potentially convert any format into another. The framework currently includes several converters translating between the following formats: SBML, BioPAX, SBGN-ML, Matlab, Octave, XPP, GPML, Dot, MDL and APM. This software is written in Java and can be used as a standalone executable or web service. Conclusions: The SBFC framework is an evolving software project. Existing converters can be used and improved, and new converters can be easily added, making SBFC useful to both modellers and developers. The source code and documentation of the framework are freely available from the project web site.
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    New Paradigm for a targeted cancer therapeutic approach: A short review on potential synergy of gold nanoparticles and Cold Atmospheric Plasma
    (Basel : MDPI, 2017) Aryal, Sajesan; Bisht, Gunjan
    Application of Gold nanoparticles and Cold Atmospheric plasma as a targeted therapeutic adjunct has been widely investigated separately in cancer therapy. Gold nanoparticles, with their biocompatibility, lower cytotoxicity and superior efficacy, are becoming substantially more significant in modern cancer therapy. Likewise, cold atmospheric plasma, with rich reactive species including reactive oxygen species (ROS) and reactive nitrogen species (RNS), is being explored to selectively target and kill cancer cells, making them a promising anticancer agent. Recent scientific studies have shown that there is a potential synergy between these two aspects. Induction of apoptosis/necrosis due to oxidative stress may be a probable mechanism of their cytotoxic effect. The synergetic effect of the two therapeutic approaches could be tantamount to maximized targeted efficacy on the treatment of diseases like cancer.
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    SciPy 1.0: fundamental algorithms for scientific computing in Python
    (London [u.a.] : Nature Publishing Group, 2020) Virtanen, Pauli; Gommers, Ralf; Oliphant, Travis E.; Haberland, Matt; Reddy, Tyler; Cournapeau, David; Burovski, Evgeni; Peterson, Pearu; Weckesser, Warren; Bright, Jonathan; van der Walt, Stéfan J.; Brett, Matthew; Wilson, Joshua; Millman, K. Jarrod; Mayorov, Nikolay; Nelson, Andrew R. J.; Jones, Eric; Kern, Robert; Larson, Eric; Carey, C J; Polat, İlhan; Feng, Yu; Moore, Eric W.; VanderPlas, Jake; Laxalde, Denis; Perktold, Josef; Cimrman, Robert; Henriksen, Ian; Quintero, E. A.; Harris, Charles R.; Archibald, Anne M.; Ribeiro, Antônio H.; Pedregosa, Fabian; van Mulbregt, Paul; Vijaykumar, Aditya; Bardelli, Alessandro Pietro; Rothberg, Alex; Hilboll, Andreas; Kloeckner, Andreas; Scopatz, Anthony; Lee, Antony; Rokem, Ariel; Woods, C. Nathan; Fulton, Chad; Masson, Charles; Häggström, Christian; Fitzgerald, Clark; Nicholson, David A.; Hagen, David R.; Pasechnik, Dmitrii V.; Olivetti, Emanuele; Martin, Eric; Wieser, Eric; Silva, Fabrice; Lenders, Felix; Wilhelm, Florian; Young, G.; Price, Gavin A.; Ingold, Gert-Ludwig; Allen, Gregory E.; Lee, Gregory R.; Audren, Hervé; Probst, Irvin; Dietrich, Jörg P.; Silterra, Jacob; Webber, James T; Slavič, Janko; Nothman, Joel; Buchner, Johannes; Kulick, Johannes; Schönberger, Johannes L.; de Miranda Cardoso, José Vinícius; Reimer, Joscha; Harrington, Joseph; Rodríguez, Juan Luis Cano; Nunez-Iglesias, Juan; Kuczynski, Justin; Tritz, Kevin; Thoma, Martin; Newville, Matthew; Kümmerer, Matthias; Bolingbroke, Maximilian; Tartre, Michael; Pak, Mikhail; Smith, Nathaniel J.; Nowaczyk, Nikolai; Shebanov, Nikolay; Pavlyk, Oleksandr; Brodtkorb, Per A.; Lee, Perry; McGibbon, Robert T.; Feldbauer, Roman; Lewis, Sam; Tygier, Sam; Sievert, Scott; Vigna, Sebastiano; Peterson, Stefan; More, Surhud; Pudlik, Tadeusz; Oshima, Takuya; Pingel, Thomas J.; Robitaille, Thomas P.; Spura, Thomas; Jones, Thouis R.; Cera, Tim; Leslie, Tim; Zito, Tiziano; Krauss, Tom; Upadhyay, Utkarsh; Halchenko, Yaroslav O.; Vázquez-Baeza, Yoshiki
    SciPy is an open-source scientific computing library for the Python programming language. Since its initial release in 2001, SciPy has become a de facto standard for leveraging scientific algorithms in Python, with over 600 unique code contributors, thousands of dependent packages, over 100,000 dependent repositories and millions of downloads per year. In this work, we provide an overview of the capabilities and development practices of SciPy 1.0 and highlight some recent technical developments.
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    Correcting systematic errors by hybrid 2D correlation loss functions in nonlinear inverse modelling
    (San Francisco, California, US : PLOS, 2023) Mayerhöfer, Thomas G.; Noda, Isao; Pahlow, Susanne; Heintzmann, Rainer; Popp, Jürgen
    Recently a new family of loss functions called smart error sums has been suggested. These loss functions account for correlations within experimental data and force modeled data to obey these correlations. As a result, multiplicative systematic errors of experimental data can be revealed and corrected. The smart error sums are based on 2D correlation analysis which is a comparably recent methodology for analyzing spectroscopic data that has found broad application. In this contribution we mathematically generalize and break down this methodology and the smart error sums to uncover the mathematic roots and simplify it to craft a general tool beyond spectroscopic modelling. This reduction also allows a simplified discussion about limits and prospects of this new method including one of its potential future uses as a sophisticated loss function in deep learning. To support its deployment, the work includes computer code to allow reproduction of the basic results.