Autismus, Geschlecht und Sexualität als Entwicklungsachsen : Ein theoretischer Rahmen für neurobiologische und psychosoziale Perspektiven
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Autistische Entwicklung wird seit Jahrzehnten durch Modelle beschrieben, die stark von historischen und kulturellen Verzerrungen geprägt sind. Diese Verzerrungen entstanden aus frühen medizinischen Beschreibungen, die vor allem männliche Ausdrucksformen berücksichtigten und Autismus lange in der Nähe der Schizophrenie verorteten. Die vorliegende Arbeit entwickelt einen theoretischen Rahmen, der Autismus als eigenständige Entwicklungsform beschreibt und die Achsen Geschlecht und Sexualität systematisch in diesen Prozess einordnet. Auf neurobiologischer Ebene werden sensorische Integration, hormonelle Regulation und Stresssysteme als zentrale Mechanismen dargestellt, die Wahrnehmung, Identität und Beziehungsgestaltung beeinflussen. Auf psychosozialer Ebene werden Rollenlernen, Maskierung und Kommunikationslogiken analysiert, die autistische Lebenswege in sozialen Kontexten prägen. Die klinischen und gesellschaftlichen Folgen zeigen, dass viele Missverständnisse über Autismus aus normativen Erwartungen entstehen, nicht aus der autistischen Entwicklung selbst. Die Arbeit argumentiert, dass ein integratives Modell notwendig ist, das biologische Grundlagen, psychosoziale Dynamiken und kulturelle Strukturen verbindet, um die Vielfalt autistischer Lebenswege sichtbar zu machen und Fehlinterpretationen in Diagnostik, Therapie und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu reduzieren.
