Der Schatten der Vergangenheit
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Das Förderprojekt „Der Schatten der Vergangenheit. Der Umgang mit Diktaturen in demokratischen Gesellschaften Europas. Spanien und Portugal im europäischen und lateinamerikanischen Kontext“ (01UC2001) erforscht Prozesse der Demokratisierung, Diktaturaufarbeitung und Erinnerungskultur an die Diktaturen in Spanien (1936/39-1975) und Portugal (1926/33-1974) und leistet damit einen Beitrag zur Transitional Justice-Forschung sowie zur Konzeptualisierung von „Europa als Erinnerungsgemeinschaft“. Zugleich werden Konvergenzen und transnationale Austauschprozesse der postdiktatorischen Gesellschaften der Iberischen Halbinsel mit der Bundesrepublik Deutschland, den Staaten des Cono Sur (Argentinien, Brasilien und Chile) sowie den ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika untersucht. Dabei werden u. a. folgenden Themen problematisiert: Erinnerungskonkurrenzen zwischen Feier- und Gedenktagen, die sinnstiftend für den neuen demokratischen Konsens wirken oder aber das diktatorische Andenken bewahren sollen; Musealisierungen des Spanischen Bürgerkrieges, des republikanischen Exils (Spanien) bzw. des anti-salazaristischen Widerstandes (Portugal); die Aufarbeitung von Diktatur, demokratischem Übergang und Kolonialgeschichte im spanischen und portugiesischen Schulunterricht seit 1974/75; Darstellung der diktatorischen Vergangenheit in spanischer und portugiesischer Literatur bzw. Film; regionale Unterschiede in der Erinnerungskultur (Katalonien, Baskenland, Nord-Süd-Divergenz in Portugal); bilaterale und Parteibeziehungen der Bundesrepublik Deutschland nach Spanien während der Jahre des demokratischen Übergangs (1975-1990); Erinnerungstransfer zwischen Brasilien und Portugal (Exilanten, bilaterale Beziehungen); transnationale Gerichtsprozesse zu diktatorischen Menschenrechtsverbrechen zwischen Spanien, Argentinien und Chile; das portugiesische Konzentrationslager Tarrafal auf den Kapverden; Entstehungen von postkolonialen und postdiktatorischen Erinnerungsgemeinschaften in den luso- bzw. hispanophonen Ländern im Rahmen multilateraler Foren (CPLP, Iberoamerika-Gipfel).
