WIR! - BioZ - insectmatter; Teilvorhaben InsMat-IV: Exploring & proposing for regional circulation

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Nachhaltiger Konsum und Kreislaufwirtschaft sind zentrale Anliegen regionaler, nationaler und europäischer Entwicklungsstrategien. Ziel des Gesamtvorhabens ist die zukunftsfähige Gestaltung von Lieferketten und Produktionsprozessen in Mitteldeutschland auf Basis regionaler, biobasierter Rohstoffe. Nach Cellulose ist Chitin das zweithäufigste Biopolymer. In der Entwicklung zukunftsfähiger Produkte wird der Rohstoff daher künftig eine relevante Rolle spielen. In Mitteldeutschland fallen bei der Produktion von Futter- und Düngemitteln – und perspektivisch auch Nahrungsmitteln – aus Insektenproteinen Chitin und Melanin als Nebenprodukte an. Diese sollen als Rohstoffe für weiterführende Wertschöpfungsketten nutzbar gemacht werden. Chitin besitzt sehr gute mechanische Eigenschaften, gleichwohl ist das Nutzungsspektrum aufgrund eingeschränkter serieller Verarbeitungsmöglichkeiten begrenzt. Chitosan, ein hauptsächlich durch Deacetylierung aus Chitin gewonnenes Derivat, ist löslich und vielseitig einsetzbar. Es wird kommerziell bisher zumeist aus Schalenresten von Garnelen und anderen Krustentieren gewonnen. Davon ausgehend zielt das Gesamtvorhaben auf die Entwicklung und Gestaltung von regionalen Lieferketten und Produktionsprozessen auf Basis biobasierter Rohstoffe ab.

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (BURG) übernahm im Rahmen des Teilvorhabens “insectmatter – exploring & proposing for regional circulation” (InsMat-IV) einerseits eine kontextualisierende Funktion, indem sie sich analytisch mit Umweltwirkungen und Stoffkreisläufen von Chitin und Chitosan in der Region auseinandersetzt; andererseits erarbeitet sie aufbauend auf der explorativ angelegten Untersuchung, Entwicklung und Erprobung eines innovativen Materials auf Chitin/Chitosan-Basis konkrete Anwendungsfelder und Prototypen: Eine reparierbare Türklinke und mietbare Tischleuchte für die Gastronomie zeigen mögliche kreislauforientierte Wertschöpfungsmodelle durch insektenbasiertes Chitosan in der Region Mitteldeutschland. Als Bindemittel vernetzt das Biopolymer nicht nur regionale Nebenprodukte, sondern gleichzeitig beteiligte Akteure zu einer Produktions- und Verwertungsgemeinschaft. Landwirtschaft, Industrie und Gestaltung ermöglichen so zukunftsfähige Alltagsprodukte, die in dieser Gemeinschaft zirkulieren können. Das Vorhaben zeigt auf, wie Gestaltung zum Bindeglied einer ökologisch, sozial und infrastrukturell zukunftsfähigen Produktionskultur wird.

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