Das Polieren von Glas. Teil III: Oberflächenschichten beim Polierprozess
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Abstract
In Fortsetzung der Arbeiten über den Polierprozess wurden die Polierschichten und Einzelprozesse bei Filzpolitur näher untersucht. Durch elektronenmikroskopische Aufnahmen konnte sichegestellt werden, dass der Polierprozess in einer Abtragung des Schleifgebirges und des darunterliegenden, durch Sprünge aufgelockerten Gebietes besteht. Die Abtragung erfolgt in einer sehr dünnen, glatten Schicht an der Glasoberfläche, die aus einer gelartigen Substanz besteht und die mit dem Fortschreiten des Polierprozesses immer mehr zur Tiefe der Schleifgrübchen absinkt. Die Substanz vermag feine Kratzer zu glätten und im Endstadium des Auspolierens eines Grübchens die Unebenheit durch Anlagerung zum schnellen Verschwinden zu bringen. Dagegen wurden praktisch nie Ablagerungen in tieferen Schleifgrübchen während des Polierprozesses beobachtet, so dass von Zuschmieren als Normalvorgang des Polierprozesses (bei den untersuchten Proben und den angewandten Polierbedingungen) nicht gesprochen werden kann. Der Mechanismus des Polierens wurde im Zusammenwirken von physikalischen Prozessen (Reibung) und chemischen Vorgängen gesehen. Jedoch ist Polieren grundsätzlich nicht an die konventionelle Methode mit Eisenoxyd, Wasser, Filz bzw. Pech gebunden. Es lässt sich vielmehr auch mit Eisenoxyd ohne Wasser oder mit Diamantpulver polieren.