Wirkungsweise und Theorie der Glaselektrode.
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Abstract
Die an Glaselektroden beobachtbaren Erscheinungen, insbesondere die als Elektrodenfunktion bezeichnete Ausbildung konzentrationsabhängiger Potentiale sind Gegenstand vieler praktischer und theoretischer Untersuchungen. Stellt man den gedanklichen Inhalt der bisher veröffentlichten Theorien der Glaselektrode unter Berücksichtigung der experimentellen Grundlagen einander gegenüber, so wird klar, daß sowohl bezüglich der Wirkungsweise als auch der theoretischen Deutung Meinungsverschiedenheiten bestehen. Weder die Adsorptionspotentialtheorie (Gleichgewichtseinstellung an der Phasengrenze durch Adsorptionsvorgänge) noch die Verteilungsgleichgewichtstheorien (Gleichgewichtseinstellung potentialbestimmender Ionen beiderseits der Phasengrenze nach dem Verteilungssatz) mit ihren drei Varianten (Phasengrenzpotentialtheorie, lonenaustauschtheorie, Membranpotentialtheorie) sind allgemein anerkannt, und auch die statistischmechanische Deutungsweise kann nicht voll befriedigen. Im neueren Schrifttum wird hervorgehoben, daß die Funktionsfehler der Glaselektrode im sauren und alkalischen Gebiet genau da einsetzen, wo Änderungen in den Wechselwirkungen zwischen Glas und Lösung zu erwarten sind. Um diese wichtige Beobachtung verständlich zu machen, werden die Hauptmechanismen des Angriffes von wäßrigen Flüssigkeiten auf Glas in ihrer Gegensätzlichkeit einander gegenübergestellt. Es wird empfohlen, diesen verschiedengearteten chemischen Vorgängen bei zukünftigen Deutungsversuchen mehr Beachtung als bisher zu schenken.