Unterschiede zwischen Glas- und Glasurschmelzen
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Die Glasschmelze dient zur Herstellung des Werkstoffes Glas, die Glasurschmelze, auch Glattbrand genannt, der Erzeugung eines glasigen Überzuges auf keramischen Scherben. Die Rohstoffe sind für beide Prozesse ähnlich, ihr Zerteilungsgrad ist den jeweiligen Verfahren angepaßt. Vorgänge an den Grenzflächen spielen bei der in dünner Schicht ablaufenden Glasurschmelze eine weit größere Rolle als bei der Glasschmelze. Eine Schmelzhilfe durch Zusatz von Glasbrocken bzw. Fritten ist für die Glasurschmelze noch wichtiger als für die Glasschmelze. Glasurfritten werden unter ähnlichen Bedingungen hergestellt wie Gläser. Die technisch wichtigen opaken Ausscheidungsglasuren nehmen wegen ihres durch die Anwesenheit von Kriställchen anomalen Fließverhaltens eine Sonderstellung ein. Durch Oxyde der Übergangselemente, die in der Schmelze echt gelöst sind, können Gläser und Glasuren angefärbt werden, während Farbkörper nur unter den Bedingungen des Glasurbrandes dem Angriff der Schmelze hinreichend widerstehen.