Alchimistische Rezepte aus Persien zur Herstellung farbiger Silicatgläser
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Aus dem alchimistischen Lehrbuch „Geheimnis der Geheimnisse" des Al Razi [1], einem berühmten iranischen Mediziner, Alchimisten und Philosophen (geb. 28. 8. 865, gest. 26. 10. 925 in Rey, südl. Teheran) werden Rezepte für die Herstellung farbiger Gläser zusammengestellt und interpretiert. Es wird festgestellt, daß zur damaligen Zeit die Verwendung von Goldstaub, Silbersulfid und Kupferstaub in Glasgemengen bekannt und üblich gewesen ist. Mit Bleioxid erzielte man ein leicht schmelzbares Glas, das in Formen gegossen wurde. Die Bestandteile des Glasgemenges wurden zuerst - soweit möglich - in Wasser gelöst, dann mit anderen Gemengeteilen vermischt und eine Woche lang zum Teil in Glasmörsern sehr fein zerrieben und vermischt. Das so vorbereitete Gemenge wurde in einem verlehmten Glasgefäß oder Kessel aus Ton bzw. Kupfer bis zu drei Tagen und Nächten in einem Töpferofen getempert. Eine reduzierende Atmosphäre wurde dadurch erzeugt, daß man dem Gemenge organische Stoffe, wie Eigelböl, Horndestillat, und Ammoniumcarbonat zufügte. Das farbige, klare, nahezu blasenfreie Glas, das für Schmuckzwecke verwendet und teuer gehandelt wurde, war gesintert und nicht erschmolzen.