Regionales MINT-Cluster 'MINT4YOUth' in den Landkreisen CLP-DH-VEC

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Das MINT-Cluster ‚MINT4YOUth‘ sollte in den Landkreisen Cloppenburg, Diepholz und Vechta entwickelt werden. Im August 2019 wiesen Angaben der Bundesagentur für Arbeit gerade im MINT-Bereich einen Fachkräftemangel aus. Zur Antragstellung existierten bereits 13 regionale Netzwerke sowie drei neu gebildete MINT-Cluster zur Stärkung der MINT-Bildung in Niedersachsen. Das ländlich geprägte Projektgebiet stellt hier eine große „weiße Fläche“ hinsichtlich von MINT-Bildungsakteuren und -angeboten dar. Zugleich stellen in den drei Landkreisen bereits einzelne Akteure MINT-Angebote für Jugendliche bereit bzw. weisen Potenzial dafür auf und sind nicht miteinander vernetzt und haben kein aufeinander abgestimmtes Angebot. Durch das Cluster ‚MINT4YOUth‘ sichern die Verbundpartner langfristig Angebote für Jugendliche in den MINT-Bereichen. Stark nachgefragte Angebote der “wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest” in Diepholz sollen dabei auf weitere Standorte der Region ausgeweitet sowie mit bestehenden und neuen Angeboten der Landkreise und der Universität Vechta verzahnt werden. Unter Einbezug vorhandener MINT-Aktivitäten und Ressourcen der Region sollen zudem entsprechende Konzepte und Angebote entwickelt werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-16 Jahren. Zielgruppengerechte Maßnahmen sollen dabei die Begeisterung junger Menschen für eine wissenschaftliche und/oder berufliche Perspektive im MINT-Bereich wecken und einen Beitrag zur Gewinnung von Fachkräften in der Region leisten. Damit unterstützt das Cluster die digitale Transformation und den technologischen Wandel in der ländlich geprägten Projektregion. Etablierung und Sicherung des Clusters sollten durch eine 3-dimensionale Skalierung (regional, inhaltlich, institutionell) und folgenden Arbeitsplan innerhalb von 3 Jahren umgesetzt werden, mündend in eine Vereinsstruktur. Arbeitspaket (AP) 1: Vernetzung der Verbundpartner, AP 2:Projektkoordination (Organisation, Berichterstattung), AP 3: Identifikation ‚weißer Flecken‘ (Bedarfsanalyse), AP 4: Identifikation und Stärkung des Potenzials in der Region (Potenzialanalyse, Materialanschaffungen), AP 5:Identifikation von Best-Practice-Beispielen, AP 6: Etablierung der Cluster-Struktur (Verstetigung und Finanzierung) Ablauf des Vorhabens: Der skizzierte Arbeitsplan konnte mit kleinen Änderungen umgesetzt werden, die PHWT schied als Verbundpartner zu Beginn der 1. Förderphase aus. Nach erfolgter Gründung eines MINT-Fördervereins wird in der zweiten Förderphase ein „Zusammengehen“ mit diesem angestrebt, um Parallelstrukturen zu vermeiden. Die Umsetzung der oben genannten Ziele erfolgte folgendermaßen: • Vernetzung der Verbundpartner: Während der Projektlaufzeit trafen sich die Verbundpartner halbjährlich. Die Treffen wurden auf alle Landkreise und ausgewählte MINT-Standorte verteilt. • Projektkoordination: Das Team der Projektkoordination sicherte die Kommunikation intern, sowie mit externen MINT-Akteuren, vor allem über halbjährliche Vernetzungstreffen. Es übernahm das Management des Arbeitsprogramms, der Vernetzung & Kommunikation der Lernstandorte, der Finanzen sowie die strukturelle Qualitätssicherung und das Projektmarketing. • Identifikation ‚weißer Flecken‘: Es wurde eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Zusammen mit vorhandenen Angeboten werden die Informationen auf einer interaktiven Karte auf der eigenen Homepage dargestellt. (www.mint4youth.de) • Identifikation und Stärkung des Potenzials in der Region: Eine Potenzialanalyse war Grundlage für die Anschaffung von Materialien und diente der Vernetzung. • Identifikation von Best-Practice-Beispielen: Es wurden Best-Practice-Beispiele identifiziert durch Homepage und Aktionen (z.B. Ferienprogramm) beworben und zugänglich gemacht. • Etablierung der Cluster-Struktur: Für die Verstetigung des Clusters ist die Vereinigung von INT4YOUth mit dem gegründeten MINT-Förderverein in der zweiten Förderphase geplant. Wesentliche Ergebnisse und Netzwerkstrukturen mit anderen Kooperationspartnern: Das Cluster MINT4YOUth konnte, trotz o.g. kleinerer Änderungen, erfolgreich in der Projektregion etabliert werden. Bis zum Projektende haben sieben Verbundpartnertreffen stattgefunden und 65 Mitglieder aus verschiedenen MINT-Bereichen wurden gewonnen. Zur besseren Vernetzung der Mitglieder haben vier Netzwerktreffen mit unterschiedlichen Schwerpunkten stattgefunden (Vorstellung des Clusters, Feriencampplanung, Erarbeitung neuer Lernpfade). Die Bedarfsanalyse hat gezeigt, dass kein allgemeines Buchungstool etabliert werden soll, es allerdings einen hohen Bedarf an MINT-Angeboten im ländlichen Raum gibt. Über die Potenzialanalyse konnte ermittelt werden, dass es Unternehmen gibt, die wenig genutztes MINT-Material zur Verfügung stellen können (z.B. VR-Brillen). Des Weiteren konnte festgestellt und umgesetzt werden, dass mobiles MINT-Material den Zugang zur MINT-Bildung erleichtert. Die Umsetzung erfolgt über sogenannte „Ausleihboxen", die in allen Landkreisen angeschafft worden sind. Im Landkreis Cloppenburg wurden Materialien zum Thema Biologie angeschafft, die über das dortige Mehrgenerationenhaus verliehen werden. Im Landkreis Vechta werden transportable 3D-Drucker über das Medienkompetenzzentrum Vechta verliehen. Im Landkreis Diepholz befinden sich zwei Standorte, die MINT-Material verleihen: In der wissenswerkstatt wurden Werkzeugkoffer mit handgeführten Werkzeugen für Handwerk und Technik angeschafft und in der Mediothek Materialien zum Thema „Software und Programmierung“. Da es ebenso Bedarf an zugehörigen Konzepten gab, um die angeschafften Materialien umfangreich nutzen zu können, wurden Konzepte, teilweise in Kooperation mit der Universität, erarbeitet und bereitgestellt. Diese Konzepte können zum Ende der Förderphase als “Konzepte to go” genutzt werden. Des Weiteren gibt es Multiplikatorinnen Schulungen an den Standorten, um Interessierte aus dem Cluster als Multiplikatorinnen auszubilden. Dies wird in der nächsten Förderphase fortgeführt. Vernetzungen innerhalb des Clusters konnten neben den Vernetzungstreffen durch zwei neue Konzepte in der Region umgesetzt werden. Zum einen wurden Feriencamps etabliert, bei denen unterschiedliche MINT- Akteure zusammenarbeiten, um Angebote für die Zielgruppe in den Ferien anzubieten; in einigenFällen war das MINT-Angebot auf ein bestimmtes Unternehmen begrenzt in anderen konnten sich einige Unternehmen tageweise an einem Lernort einbringen. Durch diese Kooperation wurden Kinder und Jugendliche nicht nur an MINT herangeführt und auf MINT-Unternehmen aufmerksam gemacht, sondern Beschäftigte der Unternehmen hatten ein didaktisch wertvolles Betreuungsangebot für die Ferien. Zum anderen wurden sogenannte ‚Lernpfade‘ angeregt, die verschiedenen Standorte zu einem Oberthema miteinander verbinden. Der Lernpfad zum Thema „Wasser“ befindet sich schon in der Pilotphase, Lernpfade zu weiteren Themen befinden sich aber auch schon in Planung. So wird das Netzwerk gestärkt und auch wenig frequentierte Angebote in der Region für die Zielgruppe bekannter und interessanter gemacht. Best-Practice-Beispiel ist die wissenswerkstatt in Diepholz: Angebote werden im Nachmittagsangebot stark nachgefragt und wurden während der Projektlaufzeit inhaltlich erweitert. Die wissenswerkstatt nimmt an der Ausleihe, den Feriencamps und den Lernpfaden teil und ist so nicht nur in zentrale Konzepte des Clusters eingebunden, sondern hat sich auch institutionell ausgebreitet. Während der Projektlaufzeit konnte die ‚wissenswerkstatt‘ sogar um einen weiteren Standort im Landkreis Vechta ausgebaut werden und somit die regionale Ausweitung ausbauen: Beide wissenswerkstätte werden in der zweiten Förderphase über den neu gegründeten Verein zur „MINT-Bildung und Förderung im Landkreis Vechta“ im Cluster vertreten sein. Der Verein wird, zusammen mit dem Landkreis Vechta, neuer Verbundpartner für die zweite Phase. Gemeinsam mit dem Verein soll eine Verstetigung des gesamten Clusters erzielt werden. Bestehende Konzepte (Feriencamps, Lernpfade, Netzwerktreffen, Ausleihboxen) sowie die Mulitiplikator*innen Schulungen sollen fortgeführt und neue, sog. Science Days, etabliert werden.

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