Diagnostische Praxis zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs und Bundeslanddisparitäten im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention (FePrax)
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Abstract
Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt FePrax untersuchte die Konstruktion sonderpädagogischer Förderschwerpunkte in verschiedenen Bundesländern und analysierte die Praxis der Feststellungsverfahren im Hinblick auf rechtliche, diagnostische und pädagogische Dimensionen. Ziel war es, empirisch zu erfassen, wie sonderpädagogische Förderbedarfe in Gutachten, Entscheidungsprozessen und institutionellen Rahmenbedingungen definiert und begründet werden. Das Forschungsdesign kombinierte eine bundesländervergleichende Dokumentenanalyse, leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Entscheidungsträger:innen, qualitative und quantitative Analysen von Feststellungsgutachten sowie eine Untersuchung der Abschlussgespräche mit Sorgeberechtigten. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Unterschiede in den rechtlichen und administrativen Strukturen sowie in der diagnostischen Qualität und Transparenz der Verfahren. Deutlich wurde zudem, dass die Trennschärfe der Förderschwerpunkte begrenzt ist und Gutachten nur bedingt für die nachfolgende Förderung genutzt werden. Insgesamt verdeutlicht FePrax, dass die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs stark durch systemische und institutionelle Logiken geprägt ist und eine kritisch-reflexive Weiterentwicklung diagnostischer Praxis notwendig bleibt.
