Einfluss impliziter konventioneller Randbedingungen auf die Freigabe

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GRS ; 818

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Abstract

Im Rahmen des Eigenforschungsvorhabens 3623S52542 wurden die Auswirkungen von spezifischen im nationalen Recht verankerten Randbedingungen auf die Stoffströme aus der uneingeschränkten Freigabe untersucht. Bereits identifizierte Beispiele für solche Einflüsse aus dem konventionellen Regelbereich auf die Stoffströme freigegebenen Materials waren beispielsweise Auswirkungen von nationalem Recht (z. B. Bundesbodenschutz) auf den Umgang mit Bodenaushub im Vergleich zu den Szenarien der SR-44 oder Verbrennung nach uneingeschränkter Freigabe nach SR-44 (in Hinblick auf Stäube und Filterwechsel). In Bezug auf den Bodenaushub ergeben sich weder aus dem Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodschG) und Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodschV), noch dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrWG) Restriktionen bei der uneingeschränkten Freigabe als Feststoff.

Weiterhin wurde ein Vergleich zwischen dem Szenario mit der höchsten resultierenden Exposition mit dem äquivalenten Szenario aus der Freigabe zur Beseitigung durch Verbrennung und dem Szenario WF (worker in foundry) der uneingeschränkten Freigabe durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass kein Widerspruch zu den Szenarien der Freigabe vorliegt. In einem weiteren Arbeitsschritt wurden die Auswirkungen von nationalem Recht auf Verwendungen uneingeschränkt freigegebener Stoffe als Abfall, im Hinblick auf Abwässer und Grenzwerte konventioneller Schadstoffe untersucht. In diesem Zusammenhang werden die Konzentrationswerte des Sickerwassers aus einer Deponie, in die Material eingebaut ist, mit den jeweiligen Freigabewerten der uneingeschränkten Freigabe verglichen. Die Daten der Anhänge 33, 47 und 51 der Abwasserverordnung (AbwV) wurden als Vergleichsmaßstab für die hier berechneten maximal möglichen Sickerwasserkonzentrationen verwendet. Im Ergebnis dieser Betrachtungen für die Elemente Nickel, Kupfer, Chrom, Zink, Blei, Cadmium und Quecksilber zeigt sich, dass der Sickerwasserpfad auch bei der mengenmäßig uneingeschränkten Freigabe von Material auf Deponien für die meisten der hier untersuchten Elemente durch die Anforderungen aus der Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung – AbwV) /AbwV 22/ weiter begrenzt wird. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass (geo)chemische Parameter wie pH-Wert, Redox-Potenzial usw. bedeutenden Einfluss auf die Löslichkeit der jeweiligen Elemente haben und die durchgeführten Betrachtungen daher eher exemplarischen (und überkonservativen) Charakter besitzen. Für realistischere Betrachtungen ist es notwendig, die Löslichkeit der jeweiligen Elemente in Abhängigkeit der geochemischen Parameter vor Ort (Deponie) zu kennen/abzuschätzen und geochemische Modellrechnungen vorzunehmen, um den Einfluss des Radionuklidtransports zu berücksichtigen.

In einem weiteren Arbeitspaket wurde durch damit im Zusammenhang stehende Untersuchungen des TÜV Nord aufgezeigt, dass es in Bezug auf die realen Gegebenheiten am Standort von Deponien Abweichungen von den Annahmen, Festlegungen und Randbedingungen, die im radiologischen Modell zur Berechnung der Freigabewerte berücksichtigt werden, geben kann. Auch wenn es sich hier nur um eine Stichprobe von Deponien aus einem Bundesland handelt, zeigen die Deponien doch ein großes Spektrum in Bezug auf die reale Gegebenheit vor Ort auf. Die vorgefundenen Abweichungen bewegen sich im Rahmen der Annahmen und Überlegungen, die bei der Berechnung der Freigabewerte zur Beseitigung in /SSK 06/ gemacht wurden.

Es war weiter zu klären, inwieweit ausgewählte Verordnungen und Gesetze und weitere noch zu recherchierende Verordnungen zu Einschränkungen bei der uneingeschränkten Freigabe führen. In diesem Zusammenhang konnten keine Einschränkungen festgestellt werden.


As part of the in-house research project 3623S52542, the effects of specific conditions anchored in national legislation on material flows resulting from unconditional clearance were examined. Already identified examples of such influences from the conventional regulatory framework on the material flows of released material included, for instance, the impacts of national law (e.g. Federal Soil Protection legislation) on the handling of excavated soil compared to the scenarios of SR-44, or incineration after unconditional clearance according to SR-44 (with regard to dust and filter changes). With respect to excavated soil, neither the Federal Soil Protection Act (BBodschG) and the Federal Soil Protection Ordinance (BBodschV), nor the Circular Economy and Waste Act (KrWG) impose restrictions in cases of unconditional clearance as solid material. Furthermore, a comparison was carried out between the scenario with the highest resulting exposure and the equivalent scenario from clearance for disposal by incineration, as well as the WF (worker in foundry) scenario of unconditional clearance. It was determined that there is no contradiction with the clearance scenarios. In a further step, the effects of national legislation on the use of unconditionally released substances as waste were examined, with regard to wastewater and limit values for conventional pollutants. In this context, the concentration levels of leachate from a landfill in which material has been deposited were compared with the respective clearance values for unconditional release. The data from Annexes 33, 47, and 51 of the Wastewater Ordinance (AbwV) were used as a benchmark for the maximum possible leachate concentrations calculated here. As a result of these considerations for the elements nickel, copper, chromium, zinc, lead, cadmium, and mercury, it was found that even in the case of quantitatively unrestricted release of material to landfills, the leachate pathway for most of the elements studied here remains further limited by the requirements of the Ordi nance on Requirements for the Discharge of Wastewater into Waters (Wastewater Ordinance – AbwV) /AbwV 22/. However, it should be noted that (geo)chemical parameters such as pH value, redox potential, etc. have a significant influence on the solubility of the respective elements, and that the considerations therefore have a rather exemplary (and overly conservative) character. For more realistic assessments, it is necessary to know/estimate the solubility of the respective elements depending on the local geochemical parameters (landfill) and to carry out geochemical modeling in order to take into account the influence of radionuclide transport. In another work package, related investigations by TÜV Nord demonstrated that, with regard to the actual conditions at landfill sites, deviations may occur from the assumptions, specifications, and boundary conditions considered in the radiological model used to calculate clearance values. Although this involved only a sample of landfills from one federal state, the sites nonetheless display a wide range of actual on-site conditions. The deviations observed remain within the scope of the assumptions and considerations made during the calculation of clearance values for disposal in /SSK 06/. As part of another work package, it was to be clarified to what extent selected regulations and laws, as well as additional regulations still to be researched, lead to restrictions on unconditional clearance. In this context, no restrictions could be identified.

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