Verbundvorhaben: Modell- und Demonstrationsvorhaben Hobby-Gartenbau mit torfreduzierten und torffreien Substraten auf Basis nachwachsender Rohstoffe; Teilvorhaben 4: Reallabor und Schulungen; Akronym: HOT

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Im Rahmen der Torfminderungsstrategie hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, dass bis 2026 auf die Verwendung von Torf im Hobbygartenbau vollständig verzichtet werden soll, um die mit dem Torfabbau und der Torfnutzung verbundenen Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Durch torffreies Gärtnern kann also ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Für die Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner bedeutet torffreies Gärtnern aber auch einen Einschnitt, da viele der über Jahre mit torfbasierten Substraten gesammelten Erfahrungen ihre Gültigkeit verlieren. In der Vergangenheit wurden pauschal Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Erwerbsgartenbau auf den Hobbygartenbau übertragen, was beim Umstieg auf torfreduzierte bzw. torffreie Substrate noch nicht möglich ist. Das übergeordnete Ziel des Model- und Demonstrationsvorhabens ist es, den Ersatz von Torfprodukten im Hobby-Gartenbau durch torfreduzierte und torffreie Substrate auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu beschleunigen. Dazu brauchen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner fachliche Unterstützung. Zum einen müssen sie über die Motive eines Umstiegs noch breiter informiert werden. Dies hilft die Akzeptanz für die Umstellung zu erhöhen. Zum anderen brauchen sie Hilfestellungen für den Umgang mit torfreduzierten und torffreien Substraten. In einem über drei Jahre laufenden Reallabor (20 Teilnehmende an verschiedenen Standorten) wurden Vor-Ort-Projekte mit Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern durchgeführt. Die Teilnehmenden erhielten Pflanzen in verschiedenen torfreduzierten und torffreien Blumenerden und dokumentierten in einem Tagebuch, wann und wie viel sie ihre Pflanzen gegossen haben, wie oft sie gedüngt haben und wie die Pflanzen gediehen sind. Zusätzlich dokumentierten Fotoaufnahmen die Pflanzenentwicklung. Hinzu kamen Befragungen der Hobbygärtner am Ende jeder Vegetationsperiode. Um die von Natur aus große Variabilität dieses Forschungsansatzes etwas zu reduzieren, wurde versucht die wichtigsten Rahmenbedingungen möglichst konstant zu halten. So erhielten alle Teilnehmenden zu Beginn der Sommersaison Mitte Mai einheitlich bepflanzte Gefäße nach Hause geliefert. Mit den Pflanzgefäßen erhielten sie zudem Informationsmaterial zur Pflege der Pflanze und ausreichend Dünger für die gesamte Saison. Ziel war es, typische Anwendungsfehler zu identifizieren und durch gezielte Information, Beratung und Schulung zu vermeiden, sowie zielgruppenspezifische und konkrete Handlungsempfehlungen für künftige Anwendungsprobleme zu entwickeln. Die Studie ergab, dass Bewässerung und Düngung die größten Herausforderungen bei torffreien Substraten darstellen, da sich diese in ihren physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften deutlich von Torfsubstraten unterscheiden. Eine gezielte Aufklärung ist daher erforderlich – sowohl für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner als auch für Hersteller und Händler.

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