Ethical and social issues in co-intelligent monitoring and assistive technologies in dementia care (EIDEC); Teilprojekt 1: Wertsensitives und affektbewusstes Design; Teilprojekt 2: Co-intelligente Assistenzsysteme in der ambulanten Demenzpflege; Teilprojekt 3: Betroffenheitsperspektiven zu CIMADeC und die Ethik der Privatheit; Teilprojekt 4: Professionsperspektiven zu CIMADeC und Empowerment-Ethik; Teilprojekt 5: Koordination
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Abstract
Aufgrund des demographischen Wandels und technischer Innovationen erfahren die Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenz eine grundlegende Veränderung. Neue Tracking-, Sensor- und Assistenz-Technologien erlauben es, Verhalten zu erfassen und gezielt zu unterstützen. Diese Systeme sollen Betroffenen ein unabhängigeres Leben ermöglichen, Gesundheits- oder Alltagsprobleme frühzeitig erkennen sowie Pflegende entlasten und insgesamt die Qualität und Kosteneffizienz der Versorgung steigern. Diese sozio-technischen Systeme integrieren künstliche Intelligenz, Semantik und menschliche Interpretationen. Insbesondere Tracking- und Sensortechnologien zur automatischen Überwachung der Aktivität und des Verhaltens von Menschen mit Demenz können ein unabhängiges Leben unterstützen, aufkommende Probleme und Krisen erkennen oder vorhersagen. Zusätzlich können sie die Belastung der Pflegenden verringern und die Qualität und Kosteneffizienz der Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenz verbessern. Diese Vorrichtungen sind als sozio-technische Systeme zu verstehen und werden in unserem Forschungsvorhaben definiert als co-intelligente Monitoring- und Assistenzsysteme in der Demenzpflege (‘co-intelligent monitoring and assistive technologies in dementia care’ (CIMADeC)). Es handelt sich bei diesen Systemen um intelligente Erfassungssysteme, welche die Überwachung der Bewegungen oder des Verhaltens von Menschen mit Demenz in ihrer täglichen Umgebung ermöglichen. Für die Analyse der erhaltenen Daten, verwenden diese Systeme Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) und des Maschinellen Lernens (ML). Die bereitgestellten Informationen richten sich an Menschen mit Demenz selbst, um ihr Selbstmanagement in alltäglichen Situationen zu unterstützen, und / oder an Pflegende, um sie über potenzielle Herausforderungen zu informieren. Wir nennen diese Systeme „co-intelligent“, da die Beurteilung einer Situation auf der Wechselwirkung zwischen den maschinellen Analysen der KI-Komponente und der menschlichen Interpretation sowie deren Reaktion darauf basiert. Dies unterscheidet sie von vollautomatisierten Systemen. Übergeordnetes Projektziel war die Analyse, Bewertung und Verbesserung technologischer Aspekte, der sozialen und ethischen Akzeptanz von CIMADeC im institutionellen und häuslichen Umfeld. Ergänzend dazu zielte das Vorhaben darauf, Technikentwicklung durch die Einbeziehung sozialer und ethischer Anforderungen im Entwicklungsprozess zu unterstützen. Dazu wurde im Forschungsprozess die ethische Reflexion systematisch mit Ansätzen aus Technikfolgenabschätzung und qualitativer Sozialforschung verbunden. Dabei untersuchten wir CIMADeC in zwei alltagsnahen Anwendungsbereichen: der institutionellen und der häuslichen Pflege. In der Kombination von Technikbewertung und empirisch informierter Ethik beforschten wir die soziale Akzeptanz und moralische Bewertung der Anwendungen in verschiedenen Gruppen (Patient*innen, Familienangehörigen, professionell Pflegenden und Ärzt:innen) mittels qualitativer Interviews. Die ethische Analyse fokussierte insbesondere auf zwei wichtige ethische Konzepte in der Demenzversorgung: Privatheit und Empowerment.
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