PreTouch - Taktil-sensorische Beeinträchtigung von C-LTMR-Afferenzen bei Frühgeborenen und Interventionsansätze
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Um die bestmögliche Versorgung von Frühgeborenen zu gewährleisten, ist es wichtig, gezielter auf sensorische Beeinträchtigungen durch unzureichende oder ungeeignete Berührungen eingehen zu können und mehr über die Mechanismen zu erfahren, die diesen Effekten zugrunde liegen. Das Projekt ermöglicht ein umfassendes Bild davon, wie die CT-/C-LTMR-Aktivierung und ihre Determinanten die sensorische Entwicklung von Frühgeborenen beeinflussen und ob und wie bereits bestehende sensorische Defizite durch die Aktivierung von Berührungsrezeptoren gemildert werden können. Durch unsere Untersuchungen konnten wir gewisse sensorische Beeinträchtigungen bei Frühgeborenen belegen, die sich in einer verzögerten autonomen Reaktion auf CT-aktivierendes Streicheln zeigte. Weiterhin verglichen wir die Effektivität verschiedener Berührungsinterventionen und zeigten, dass keine der drei untersuchten Methoden (Streicheln, Handauflegen, leichtes Tippen) bei den Kindern Stress induzierte und dass Streicheln sogar die Selbstregulationsfähigkeit förderte und in einer der Studien mit einem Abfall der Herzrate verbunden war. Weiterhin wiesen wir auf die Vorteile natürlicher und intuitiver Berührungsanwendungen in zwei Studien hin, da Mütter sowohl bei termgeborenen Kindern direkt nach der Geburt als auch bei Frühgeborenen einige Wochen nach der Geburt CT-optimale Streichelfrequenzen anwandten. Wir sehen somit das Potenzial von Berührungsinterventionen als eine niedrigschwellige und non-invasive Methode zur Förderung frühkindlicher Entwicklung bestätigt. Unsere Ergebnisse wurden durch die Untersuchungen unserer Kooperationspartner gestützt, die einerseits klinische Daten lieferten und andererseits die Mechanismen der C-LTMR-Entwicklung bei Mäusen charakterisierten.
