Untersuchungen der Vorgänge beim Einschmelzen von Glasgemengen im Gradientenofen
Date
Authors
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Link to publishers version
Abstract
Glasgemenge technischer Zusammensetzung und Korngrößenverteilung von Quarz, Soda und Kalk (bzw. Dolomit) wurden in einem Gradientenofen mit 10 und 15 grd/min auf 400 bis 1100 °C aufgeheizt. Als kristalline Neubildungen konnten nachgewiesen werden: Na2Ca(CO3)2 von etwa 500 bis 835 °C, Na4CaSi3O9 von etwa 790 bis 1100 °C, Na2SiO3 von etwa 850 bis 910 °C bei Verwendung leichter Soda, bei Verwendung von schwerer Soda von etwa 850 bis 970 °C, Cristobalit ab 1020 °C und MgO und CaO als Dissoziationsprodukte des Dolomits bzw. Calcits. Glasig erstarrte Schmelze bildete sich ab etwa 860 °C. Das Erscheinen von nicht gedeuteten Linien in den Röntgendiagrammen im Bereich von 760 bis etwa 950 °C (die Linien bleiben z. T. bis über 1100 °C erhalten) weist auf die Bildung von mehr als einem noch nicht identifizierten Silicat hin. Zum Vergleich wurden Proben aus den Gemengeteppichen zweier Glashütten untersucht. Na2Ca(CO3)2, Na2SiO3 und ein Teil der nicht identifizierten Linien wurden nicht gefunden. Diese Erscheinung konnte auf Vorgänge während des Mischens und Transports bzw. im Gemengeteppich beim Aufheizen zurückgeführt werden. Zusätzlich wurden Gemenge von Soda und Quarz, Soda und Kalk, Kalk und Quarz und ternäre Gemenge mit einem Zusatz von Sulfat aufgeheizt.