LOLA - Lärmoptimierte Logistik im Binnenhafen

Abstract

Lärm rückt aktuell als eine Ausprägung von „Umweltverschmutzung“ mit potenziell schwerwiegenden Folgen auf die Gesundheit des Menschen gesellschaftlich und wissenschaftlich immer mehr in den Fokus. „Hohe Lärmbelastungen verursachen nicht nur Störungen und Belästigungen, sie können auch zu relevanten Gesundheitsrisiken, vor allem für das Herz-Kreislauf-System, führen“. Lange schon ist bekannt, dass Lärm nicht nur Gehörschäden verursacht, sondern eine allgemeine Gefährdung für die physische und psychische Gesundheit und das Befinden der Menschen bedeutet. Die WHO beziffert in einer Studie die in Westeuropa jährlich durch Lärm verlorene Lebenszeit auf mindestens eine Million Lebensjahre. Die im Rahmen des BMBF-Foresight Zyklus II betrachteten gesellschaftlichen Veränderungen bis 2030 führen Beeinträchtigungen durch Lärm als eines der 60 ermittelten Trendprofile auf. Insbesondere der Industrielärm weist einem Bericht im Rahmen des BMBF-Foresight Zyklus II zufolge einen großen Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf, diesen durch innovative Lösungen zu reduzieren. Die entstehende Problematik ist gerade auch im Bereich der Binnenhäfen sichtbar. Durch die urbane Lage vieler Binnenhäfen liegen Industrie- und Wohngebiete sehr nah beieinander, wodurch immer öfter Nutzungskonflikte entstehen. Binnenhäfen gelten als wichtige Umschlagstandorte für Industrie und Gewerbe und sind daher essenziell für die CO2 freundlichere Versorgung der Bevölkerung sowie der Wirtschaft. Durch steigende Transport- und Umschlagmengen rückt das Thema „Geräuschemissionen“ weiter in den Vordergrund. Als besonders laute Prozesse im Hafen werden der Umschlag von Gütern und der Transport dieser vom und zum Hafen angesehen, wodurch der Einsatz von lärmvermindernden Maßnahmen im Binnenhafen immer wichtiger wird. Das Forschungsprojekt „LOLA“ setzt an diesem Punkt an. Im Rahmen des Projekts sollen lärmmindernde Maßnahmen im Hafen getestet und ihre Auswirkungen auf den Hafenbetrieb analysiert werden. Im Rahmen des Projekts werden fünf Use Cases mit unterschiedlichem Fokus auf Lärmprobleme im Hafen umgesetzt. Die Use Cases sind in den Bereichen Schüttgutverladung, Containerumschlag sowie Schrottumschlag verortet und decken somit eine große Breite von Hafenprozessen ab. Für die Entwicklung der Lärmminderungsmaßnahmen werden die logistischen Prozesse aufgenommen und für die identifizierten Lärmquellen Maßnahmen entwickelt. Dies geschieht in einem ersten Schritt auf konzeptueller Ebene, im Projektverlauf werden für jeden Use Case auch Maßnahmen vor Ort umgesetzt und ihre lärmmindernde Wirkung evaluiert. Im Rahmen des Projekts wird zudem ein Tool erarbeitet, mit dem Lärmminderungsmaßnahmen mit verschiedenen logistischen Prozessen im Hafen übereinandergelegt werden können. Hierzu ist ein Konsortium bestehend aus Forschungseinrichtungen, Industriepartnern und Häfen zusammengestellt worden.

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