DATIpilot Modul 1 Innovationssprints: Remix Circular Economy - Remanufacture Hand Blender
Sachbericht zum Verwendungsnachweis - Öffentlicher Sachbericht Innovationssprint
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Abstract
Das Projekt untersucht exemplarisch am Fallbeispiel von Stabmixern, inwiefern höher priorisierte Strategien der Circular Economy – insbesondere Re-Use, Repair und Remanufacturing – technisch, gestalterisch und gesellschaftlich umsetzbar sind. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass ein signifikanter Anteil entsorgter Elektrokleingeräte weiterhin funktionsfähige Kernkomponenten enthält, deren Wert bislang unzureichend genutzt wird. Der Stabmixer fungiert dabei als prototypisches Fallbeispiel, anhand dessen sich übertragbare Prinzipien für Elektrokleingeräte testen und entwickeln lassen. Im Rahmen eines Gestaltungssprints wurden 36 entsorgte Stabmixer analysiert, technisch bewertet und teilweise wieder in Nutzung überführt. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa zwei Drittel der untersuchten Geräte über funktionsfähige Antriebseinheiten verfügen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass neben Motordefekten insbesondere gestalterische und konstruktive Entscheidungen – etwa verklebte Gehäuse, fehlende Standardisierung oder alterungsanfällige Materialien – die Weiter- und Wiederverwendung systematisch erschweren. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein parametrisches Gehäusesystem entwickelt, das eine flexible Integration gebrauchter Komponenten ermöglicht und damit eine technische Grundlage für Remanufacturing schafft. Der Innovationsgehalt liegt dabei sowohl im konkreten Produkt als auch in der entwickelten Systemlogik, die auf andere Elektrokleingeräte übertragbar ist und unterschiedliche R-Strategien integrierbar macht. Durchgeführte Nutzer*inneninterviews zeigen, dass eine grundsätzliche Offenheit gegenüber wiederaufbereiteten Produkten besteht, sofern Funktionalität, Vertrauen (z. B. durch Garantien) und Preisgestaltung stimmig sind. Das Projekt macht deutlich, dass die Umsetzung zirkulärer Strategien technisch vielfältig möglich ist und maßgeblich im Zusammenspiel mit strukturellen, regulatorischen und marktbezogenen Rahmenbedingungen wirksam wird. Gleichzeitig zeigt sich, dass Wiederaufbereitung das Potenzial hat, als eigenständiger wirtschaftlicher Baustein zu wirken: Durch innovationsgetriebene, wissens geleitete Prozesse entstehen neue Wertschöpfungsketten, die lokal verankert sind und qualifizierte Beschäftigung fördern. Die entwickelte Blaupause – insbesondere das parametrische Gehäusesystem – schafft hierfür eine technische und konzeptionelle Grundlage, um diese Wechselwirkungen gezielt zu adressieren und in Richtung marktfähiger Anwendungen weiterzuentwickeln.
