Tele-Intensivmedizin am Beispiel lebensbedrohlicher Infektionen (Outreach 2.0); TP 1 - Outreach in der Klinik
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Das Projekt Outreach 2.0 verfolgte das Ziel, teleintensivmedizinische Strukturen in Thüringen wissenschaftlich weiterzuentwickeln und damit einen Beitrag zu einer regionalisierten Versorgung lebensbedrohlicher Infektionen zu leisten. Aufbauend auf dem bestehenden Netzwerk InTeliNeT wurden konzeptionelle, technische und organisatorische Voraussetzungen für eine erweiterte telemedizinische Beratungs- und Koordinierungsstruktur geschaffen.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Etablierung einer zukunftssicheren Dateninfrastruktur für Qualitätssicherung und Versorgungsforschung. Hierfür wurden Datenflüsse und Datenbankschemata im Zuge einer Cloud-Migration angepasst und ein umfassendes Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzept gemäß den Anforderungen des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes entwickelt und positiv bewertet.
Darüber hinaus wurde ein Interventionskonzept entwickelt, das auf proaktiven, durch Triggerdiagnosen ausgelösten Telekonsilen und strukturierten Folgekonsilen basiert. Ziel ist es, komplexe intensivmedizinische Fälle frühzeitig interdisziplinär zu bewerten und Verlegungsentscheidungen gezielter zu steuern. Begleitende qualitative und quantitative Untersuchungen zeigten eine insgesamt positive Bewertung telemedizinischer Zusammenarbeit, identifizierten jedoch relevante Barrieren wie Zeitmangel, technische Einschränkungen und unterschiedliche Nutzungserwartungen zwischen Versorgungsstufen.
Ergänzend wurde eine KI-gestützte Lösung zur automatisierten Erfassung und Integration von Vitalparametern in die Konsildokumentation entwickelt und technisch validiert.
Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die Weiterentwicklung telemedizinischer Netzwerke und besitzen hohe Anschlussfähigkeit für Forschung, Qualitätssicherung und die strukturelle Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitsversorgung.
