CompLS - Runde 4 - Verbundprojekt: NetfLID - Netzwerkmedizin für Langzeitfolgen von Infektionskrankheiten; Teilprojekt 1: Patientenkohorten und klinisches Omics-Profiling
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Im Verbundprojekt NetfLID wurde im Teilprojekt 1 ein umfassender Ansatz zur Untersuchung der Langzeitfolgen von Infektionskrankheiten, insbesondere nach Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektionen, verfolgt. Ziel war die Generierung und Integration von Multi-Omics-Daten, um persistierende molekulare Veränderungen des Immunsystems nach viraler Elimination zu charakterisieren. Hierfür wurden Transkriptom-, Epigenetik-, Immunoproteom- und Metabolom-Daten aus klinisch gut charakterisierten Kohorten akuter und chronischer HCV-Patientinnen sowie gesunder Kontrollen und HBsAg-Trägerinnen erhoben und analysiert. Insgesamt konnten 62 Patientinnen für eine prospektive Validierungskohorte sowie 70 gesunde Probandinnen rekrutiert werden. Die generierten Datensätze wurden systematisch mit klinischen Parametern verknüpft und den Projektpartnern zur Verfügung gestellt.
Die Analysen zeigten, dass trotz erfolgreicher antiviraler Therapie persistierende Veränderungen des Immunmilieus bestehen bleiben, insbesondere bei Patient:innen mit Leberzirrhose. Proteom-basierte Auswertungen identifizierten inflammatorische Signaturen, die auch langfristig nach Viruselimination nachweisbar sind und potenziell mit Karzinogenese assoziiert sein könnten. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung chronischer Entzündungsprozesse und liefern neue Einblicke in die Pathophysiologie von Langzeitfolgen nach HCV-Infektion.
Insgesamt stellt das Projekt eine umfassende Multi-Omics-Datenbasis bereit, die als Grundlage für weiterführende Analysen und zukünftige translational ausgerichtete Studien dient.
