Das Wolfenbütteler Glas Ein bisher kaum bekannter Glastyp aus der Zeit um 1500
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Abstract
Gläser von so ausgesprochen keulenförmiger Gestalt, wie sie in dem Wolfenbütteler Exemplar vorliegt, waren bisher nur von graphischen Arbeiten A. Dürers und H. B. Griens bekannt gewesen. Obwohl dieses Glas schon 1927 im Fundament des Wolfenbütteler Schlosses gefunden worden war, ist es bisher fast ganz unbeachtet geblieben. Das 39 cm hohe, farblose Glas gehört der ersten Hälfte des 16. Jh. an. Doch ist die Existenz dieses Formtyps für einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren, der von etwa 1460 bis 1580 reicht, durch weitere bildliche Belege zweifelsfrei nachzuweisen. Entstanden ist es vermutlich in Böhmen, wo Gläser ähnlicher Größe, wenn auch von etwas abweichender Form, aus dem Anfang des 15. Jh. zutage gekommen sind. Der Gruppe des spätmittelalterlichen, deutschen Waldglases kann es weder nach seiner Größe noch nach Form und Glasfarbe zugeordnet werden.