Verbundvorhaben TrHyHub: Machbarkeitsstudie für ein trinationales Wasserstoff- Innovations- und Export-Hub der Länder Australien, Niederlande und Deutschland
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Das Projekt TrHyHub untersucht die Entwicklung einer Ammoniak-Versorgungskette zwischen der Region Oakajee in Westaustralien, dem Hafen Rotterdam und ausgewählten Abnehmern in Deutschland. Im Rahmen der 2019 eingeführten Renewable Hydrogen Strategy des Western Australian Government wird Oakajee als bedeutender Produzent und Exporteur von grünem Wasserstoff positioniert. Ziel ist es, eine umfassende Machbarkeitsanalyse für den großskaligen Export von grünem Wasserstoff in Form von Derivaten wie Ammoniak durchzuführen. Die Studie strebt an, bis 2030 insgesamt 3 Millionen Tonnen Ammoniak zu produzieren und zu ausgewählten Industrieabnehmern in Deutschland zu liefern. Dazu soll eine techno-ökonomische Analyse und Optimierung der Wertschöpfungskette durchgeführt werden, die auf den Erkenntnissen einer Standortanalyse und Evaluation der regulatorischen Rahmenbedingungen aufbaut. Die Ergebnisse der TrHyHub-Studie belegen, dass die Region um Oakajee über erhebliche Potenziale zur Erzeugung von Wasserstoff und Ammoniak verfügt. Die GIS-basierte Standortanalyse zeigt, dass die Region in der Lage ist, einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Wasserstoffnachfrage auf Basis erneuerbarer Energien zu decken. Im direkten Umfeld von Oakajee wurden fünf großskalige Gebiete für die Produktion von Photovoltaik und drei großskalige Gebiete für Windkraft identifiziert, die theoretisch ausreichen, um die geplante Exportmenge von 3 Millionen Tonnen Ammoniak zu verfünffachen. Die Modellierung und Optimierung der Wertschöpfungskette hat ergeben, dass die Produktions- und Transportkosten nach Rotterdam für Ammoniak im Zieljahr 2030 bei etwa 203 EUR/MWh liegen. Im Vergleich zu den anderen untersuchten Energieträgern Flüssigwasserstoff und Methanol, zeigt sich, dass Ammoniak für Oakajee im Zieljahr 2030 der geeignetste Energieträger ist. Der Inlandtransport zu ausgewählten Industrieabnehmern liegt in den meisten Fällen unter 2 % der kompletten Bereistellungskosten, wobei der Transport mittels Tankschiff über Binnenwasserstraßen und Bahn die geeigneten und kostengünstigen Transportmöglichkeiten innerhalb Deutschlands darstellen. Auf der regulatorischen Seite sorgt das Zusammenspiel aus EU-Emissionshandelssystem (EU ETS), dem CO₂- Grenzausgleichssystem (CBAM) und der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) zur Minimierung der Kostendifferenz zwischen erneuerbarem und fossilem Ammoniak. Allerdings sind die gegenwärtigen regulatorischen Rahmenbedingungen nicht ausreichend um Kostenparität herzustellen.
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