Teacher Education goes Digital (TEgoDi) - Wissenschaftlich fundierte und forschungsbasierte Vermittlung digitalisierungsbezogener Kompetenzen für Lehramtsstudierende, Lehrkräfte und Hochschullehrende
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Das übergeordnete Ziel des TEgoDi-Projekts bestand darin, die medienpädagogischen, mediendidakti-schen und medienfachdidaktischen Kompetenzen von Lehramtsstudierenden im Kontext digitaler Lehr- und Lernumgebungen sowie digitaler Lehr- und Lernmittel zu stärken. Das Projekt hat erfolgreich ein Konzept entwickelt, implementiert und erprobt und dieses nachhaltig in die spezifischen Strukturen der Pädagogischen Hochschule integriert. Ein zentrales Kompetenzmodell, das „Weingartener Modell für Digitale Kompetenzen von Lehrkräften“, wurde als Kompetenzraster ope-rationalisiert. Basierend auf diesem Modell absolvieren Studierende verpflichtende Studienleistungen in Form von zwei fachdidaktisch und bildungswissenschaftlich angebundenen Projekten in einem fachlichen Kontext ihrer Wahl während ihres Studiums. Ausgehend vom Weingartener Kompetenzmodell wurden acht übergeordnete Kompetenzen (hohes Abstraktionsniveau) formuliert, diese wurden in die Modulhandbücher verbindlich aufgenommen. Auf dieser Grundlage sind alle Fächer der PH Weingarten verpflichtet, diese Kompetenzen bei den Lehr-amtsstudierenden zu entwickeln. Um die erfolgreiche Umsetzung der studentischen Projekte zu gewährleisten, wurden notwendige Infra-strukturen und umfassende Unterstützungsangebote geschaffen, darunter der „Kompass Digitaler Kom-petenzen Lehramt“ (KomDiKoLa), Selbstlernmaterialien, das Tutoringsystem sowie verschiedene Medi-enlabore im Kontext eines pädagogischen Makerspace (CoLiLab). Mit KomDiKoLa konnte ein Online-Self-Assessment entwickelt werden, das Studierenden Orientierung zu eigenen medien(fach)didaktischen Kompetenzen bietet. Dieses fördert die Weiterentwicklung dieser Kompetenzen, da es Entwicklungspotenziale aufzeigt und Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten für deren Entwicklung bietet. Das Online-Self-Assessment ist allen Studierenden an der PH Weingarten in einem speziellen Kurs in dem Learning-Management-System (LMS) Moodle der Hochschule dauer-haft zugänglich. Auf LMS wurde zudem ein eigenes Selbstlernmaterial-Konzept entwickelt und umgesetzt. Dabei wurde eine einheitliche Struktur für TEgoDi-Selbstlernmaterialien entwickelt. Diese einheitliche Struktur soll dem Wiedererkennungswert der Materialien im LMS dienen. Um eine nachhaltige sowie effiziente Ori-entierung an dieser einheitlichen Struktur zu gewährleisten, wurde ein Vorlagen-Kurs entwickelt, wel-cher als Grundlage für sämtliche künftige Selbstlernkurse dient. Dabei wurde stets ein ganzheitliches didaktisches Konzept in den Kursen hinterlegt, wie beispielsweise die Transfersicherung nach Theo-rieinput. Ausgehend von einem zentralen Verteilerkurs, welcher sämtliche Selbstlernkurse umfasst und verlinkt, wurden insgesamt acht Selbstlernkurse zu verschiedenen Themen erarbeitet: Grundlagen der Mediendidaktik, Projektmanagement, Erklärvideos, Podcasts, H5P, Inklusion mit digitalen Medien, Open Educational Resources (OER) und Feedback und Beratung. Die Basiskompetenzen des entwickelten Kompetenzrasters finden sich in den erstellten Materialien zum Teil implizit und zum Teil explizit wieder. Die Themenbereiche wurden ausgehend von dem Kompetenz-raster auch durch den Bedarf der sich aus dem Aufbau des pädagogischen Makerspaces ergab, ent-schieden. Thematisch wurden die Kurse an den Schwerpunkten der Medienlabore ausgerichtet, da diese fächerübergreifend im Rahmen des Lehramtsstudiums für die Planung und den Einsatz im Unter-richt einen erheblichen Mehrwert bieten können. So sind beispielsweise Erklärvideos und Podcasts For-mate, die sich im Zuge der Medienprojekte realisieren lassen und mit Hilfe der Selbstlernkurse thema-tisch eingeführt und angeleitet werden können. In Bezug auf die Erstellung eines Informations- und Beratungskonzepts für Studierende wurde bereits frühzeitig eine Online-Informationsplattform, der sogenannte „TEgoDi-Helpdesk für Studierende“, als zentraler Zugang zu den verschiedensten Unterstützungs- und Beratungsangeboten eingerichtet, regel-mäßig evaluiert und basierend auf den Rückmeldungen der Zielgruppe im weiteren Projektverlauf suk-zessive ausgebaut. Hier finden die Studierenden neben zentralen Informationen zu den Medienprojek-ten auch die im Rahmen des Projektes erstellten Selbstlernmaterialien, das Online-Self-Assessment, eine interaktive Entscheidungshilfe zur Ideenfindung für Medienprojekte sowie weiterführende Informati-onen, Tutorials und Fortbildungsangebote, die ihnen bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Vorhaben behilflich sind. Darüber hinaus finden sich hier auch die Kontaktmöglichkeiten zur Lern-begleitung, die bei Bedarf unterstützend zur Seite steht. Im Zuge der Verstetigung wurde der TEgoDi-Helpdesk für Studierende gegen Ende der Projektlaufzeit mit dem Informations- und Beratungsangebot für Lehrende in einem Wiki zusammengeführt, das künftig zielgruppenübergreifend als zentrale Online-Informationsstelle rund um Themen des digitalen Lehrens und Lernens an der Hochschule weiter betrieben wird. Das Weingartener Kompetenzmodell wurde ebenfalls in dieses WiKi aufgenommen. Die Wiki-Struktur bietet eine gute Möglichkeit a) die Inhalte sys-tematisch darzustellen (Übersicht über alle und einheitliche Struktur der einzelnen Kompetenzbeschrei-bungen), b) gezielt nach Informationen zu suchen und c) vorhandene Kompetenzbeschreibungen zu überarbeiten und neue hinzuzufügen. Hinsichtlich des Tutoringsystems wurde, um Doppelstrukturen innerhalb der PH Weingarten zu vermei-den und Synergien zu nutzen, das Teilprojekt in engem Austausch mit den entsprechenden Stellen die-ses Konzept kohärent in ein hochschulweites Tutoringsystem integriert, so dass eine nachhaltige Ver-ankerung sichergestellt ist. Zudem wurde eine enge Verzahnung des Tutoringsystems, das auf eine BMBF-Vordr. 3831/03.07_2 stärker medienfachdidaktische Beratung zielt, mit den Tutorien der Medienlabore als Teile des Ma-kerspace CoLiLab realisiert. Die Unterstützung in den Medienlaboren fokussiert medientechnische As-pekte, die über Selbstlernmaterialien und Tuto:innen und Tutoren organisiert sind, und dadurch Band-breite wie individuelle Begleitung gleichermaßen abdecken. Die Hochschullehrenden wurden in der Gestaltung ihrer Lehre auf mehreren Ebenen unterstützt: Es fand eine Verständigung über das Kompetenzentwicklungsmodell statt, über den Umgang und Prozess der Professionalisierung der Studierenden, über die Verankerung eines handlungsorientierten und pro-jektbasierten Ansatzes in den Modulhandbüchern der Lehramtsstudiengänge sowie über den Aufbau eines Betreuungskonzepts durch die oben genannten Strukturen, speziell abgestimmte Weiterbildungs-möglichkeiten im Rahmen der Hochschuldidaktischen Weiterbildung und die Beratung von Lehrenden in medientechnischen wie -didaktischen Fragen über Mitarbeitende der Medienlabore. In Bezug auf die Medienlabore wurden vorhandene Räumlichkeiten analysiert, Raumkonzepte entwi-ckelt und umgesetzt. Auf Grundlage von medien(fach-)didaktischen Analysen wurde moderne techni-sche Ausstattung ausgewählt und thematisch auf unterschiedliche Räume verteilt. Die Einführung von Schulungsmaßnahmen für Studierende wie Lehrende und eines Expertenkonzepts waren sehr wichtig für die erfolgreiche Inbetriebnahme der Medienlabore. Marketingbemühungen, darunter Präsenz in sozi-alen Medien, eine informative Webseite, eine eigene Podcast-Reihe und spezielle, innovative Veran-staltungsformate dienten der Sichtbarkeitssteigerung des Medienlabore. Durch die direkte räumliche Anbindung an den Makerspace der Hochschule und die gemeinsame Vermarktung unter dem Namen CoLiLab konnte von Anfang an eine breite Akzeptanz der Räumlichkeiten generiert werden. Das Projekt TEgoDi hat einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen von Lehramts-studierenden geleistet und legt somit einen soliden Grundstein für zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich.
