Abschlussbericht CONMAR-Mapping - CONcepts for conventional MArine munition Remediation in the German North and Baltic Sea - Acoustic, optical & chemical mapping of marine munition areas
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Alte, unvollständige Version. Neue Version: https://oa.tib.eu/renate/handle/123456789/23015
Im Teilprojekt CONMAR-Mapping des CONMAR Projekts der DAM Mission sustainMare wurden Kartierungen von Munitionsversenkungsgebieten, sowie Beprobungen und Analysen von STVs im Meer durchgeführt, die als Datengrundlage dienten, um eine Prioritätenliste zur Beräumung von Munitionshaufen in der deutschen Ostsee zu erstellen. Unterstützt wurde dies durch die Umsetzung eines föderierten Datenmanagements. Detaillierter wurden dabei folgende Arbeiten durchgeführt. Initiieren und Weiterführen eines Stakeholder-Dialogs über Probleme, Herausforderungen und Lösungen zum Thema mariner Munition: Der Dialog wurde einerseits zum direkten Nutzen des Projekts weitergeführt, um einen transdisziplinären Austausch zur Entwicklung eines Entscheidungsmodells für die Priorisierung von Munitionshaufen zu ermöglichen. Andererseits suchte GEOMAR auf verschiedensten öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen mit Experten, Stakeholdern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Austausch (AP1). GEOMAR engagierte sich zudem in der Weiterführung des Stakeholder-Dialogs mit Regierungsstellen und Geldgebern und nahm als Wissensträger eine herausragende Stellung bei der Beratung des BMUV-Sofortprogramms ein. Entwicklung eines Datenmanagementkonzepts und Etablierung der Marine Munition Data Compilation (MMDC): Um der komplexen und fragmentierten Datenlandschaft rund um das Thema „Munition im Meer“ gerecht zu werden, hat das CONMAR-Projekt eine Reihe integrierter Datenmanagement-Komponenten entwickelt, die auf die Anforderungen föderierter, kollaborativer Forschung abgestimmt sind. Seit November 2022 steht mit MMDC der zentrale Einstiegspunkt zu dezentralen Daten zum Thema „Munition im Meer“ bereit (AP2). Beprobungen und Kartierungen von Munition und STVs: Insgesamt fanden sechs GEOMAR koordinierte Ausfahrten in der Ostsee statt. GEOMAR war zudem an zwei Ausfahrten in der Nordsee beteiligt. Der Fokus der Kartierung lag auf der Ergänzung bestehender Daten in den Versenkungsgebieten Falshöft, Kolberger Heide, Haffkrug und Pelzerhaken Neben der weitverbreiteten und wiederholten Wasserbeprobung und STV-Analytik in der deutschen Ostsee wurden Labor- und Feldexperimente durchgeführt, um Auflösungs- und Umbauprozesse der verschiedene Sprengstofftypen zu verstehen und verwandte Chemikalien im Meerwasser zu untersuchen (AP3). Die Ausfahrten galten zudem der Untersuchungen zur Korrosion, Lösung und Verteilung von Munitionsobjekten sowie der Unterstützung anderer Partner bei ihren Arbeiten. Hierzu zählen die Beprobungen unterschiedlicher Faunengruppen auf eine STV-Kontamination, die Untersuchung der Biodiversität in Munitionsversenkungsgebieten, die Herstellung der Vergleichbarkeit von Probenaufbereitung und Probenanalyse (alle AP4), die Parametrisierung der STV-Freisetzung und die Vorhersage der STV-Ausbreitung unter Klimawandelszenarien (beide AP5). Erstellung einer Prioritätenliste von Munitionsversenkungs- und munitionsbelasteten Gebieten: Die Priorisierung von Munitionshaufen erfolgte mithilfe des neuen Modells MCA-DuMP in AP7. Insgesamt wurden 487 Munitionshaufen mit dem Modell bewertet. Drei Haufen im Gebiet Pelzerhaken wiesen besonders hohe Priorisierungswerte auf. Wir empfehlen die Räumung dieser Munitionshaufen in naher Zukunft. Zusammenfassend hat das Projekt CONMAR-Mapping sämtliche Arbeitspakete erfolgreich bearbeitet und einige Ziele wurden teilweise übererfüllt. Die Arbeiten werden in Phase-II weitergehen, sich mit den Entwicklungen im BMUV-Sofortprogramm beschäftigen und die Versenkungsgebiete in der Nordsee verstärkt untersuchen.
