CTC-EFF: Effektivität des kommunalen Präventionssystems Communities That Care

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Derzeitiger Stand von Wissenschaft und Technik Das kommunale Präventionssystem Communities That Care (CTC) wurde in den USA seit 2004 durch die Community Youth Development Study (CYDS) mittels eines cluster-randomisierten Designs evaluiert. Die Ergebnisse der CYDS zeigen, dass CTC nach etwa drei bis fünf Jahren Risiko- und Schutzfaktoren für jugendliches Problemverhalten ver-bessert und langfristig sowohl jugendliches Problemverhalten reduziert als auch Bildungsverläufe verbessert. Dabei hat sich gezeigt, dass der Effekt nahezu vollständig darüber vermittelt wird, dass CTC Kommunen verstärkt dazu bringt, einen wissenschaftsbasierten Präventionsansatz zu übernehmen. Eine quasi-experimentelle Studien aus den USA und Australien bestätigen ebenfalls die Wirksamkeit von CTC auf Ebene von jugendlichem Problemverhalten. In einer kleinen niederländischen experimentellen Studie konnte hingegen keine Wirksamkeit von CTC gefunden werden. In Deutschland bestätigt eine Machbarkeitsstudie die grundsätzliche Umsetzbarkeit von CTC in Deutsch-land. Es fehlt für Deutschland aber bislang eine Studie zur Wirksamkeit von CTC. Begründung/Zielsetzung der Untersuchung Vor diesem Hintergrund untersuchte das Vorhaben, ob und falls ja unter welchen Bedingungen CTC in Deutschland wirksam ist. Da Effekte von CTC auf jugendliches Problemverhalten sowie dessen Risiko- und Schutzfaktoren erst nach etwa fünf Jahren in statistisch messbarer Stärke entfalten, lag der Fokus des Vorhabens darauf, Effekte von CTC auf die Übernahme eines wissenschaftsbasierten Präventionsansatzes zur untersuchen. Methode Es wurde eine konzeptuelle Replikation der CYDS in Deutschland durchgeführt. Dabei wurden die Messinstrumente der CYDS benutzt und ein nicht-randomisiertes cluster-kontrolliertes Design gewählt. Für die Studie konnten 21 CTC-Kommunen aus vier Bundesländern rekrutiert werden sowie 21 Vergleichskommunen, die mittels eines 1:1-Matching identifiziert wurden. In den CTC-Kommunen wurde mittels zweier Instrumente der Implementationsprozess evaluiert. In den CTC- und Vergleichskommunen wurden lokale Schlüsselpersonen bezüglich der lokalen Präventionsarbeit und Rahmenbedingungen telefonisch befragt, sowie lokale Präventionsakteure zu Aufwand, Zielgruppenerreichung und Umsetzungstreue ihrer Präventionsmaßnahmen befragt. Außerdem wurden in den Kommunen Schülerinnen und Schüler (SuS) ab der fünften Klasse befragt (hier nur in drei Bundesländern, da Bayern der Befragung nicht zuge-stimmt hat). Ergebnis Da während der Projektlaufzeit (April 2020 bis Dezember 2023) die Studienkommunen und insbesondere auch die Schulen durch die Corona-Pandemie in einem Ausnahmezustand waren, mussten die Zeitpläne für die Datenerhe-bungen mehrmals verschoben uns ausgeweitet werden. In der Folge konnten die Wiederholungsbefragungen (Quer-schnitt) nicht mehr im Projektzeitraum gestartet und die Längsschnittbefragung nicht mehr im Projektzeitraum abge-schlossen werden. Die geplanten Längsschnittanalysen konnten daher nicht in der Projektlaufzeit durchgeführt wer-den. Die Erhebungen konnten 2021 in 38 Kommunen (19 Kommunenpaare) gestartet werden. Im Zusammenhang mit der herausfordernden Situation während der Pandemie gab es einen hohen Drop-out, sodass das a-priori Matching ex-post aufgegeben werden musste. Für die Baseline aller Erhebungen und für die Wiederholungsbefragung der lokalen Schlüsselpersonen liegen Daten von 28 Kommunen aus drei Bundesländern vor. Aus der Schülerbefragung liegen aus 11 Kommunen Längsschnittdaten vor. Zentrale Ergebnisse der Prozessevaluation sind, dass durch die Pandemiebekämpfungsmaßnahmen der CTC-Pro-zess in den Kommunen teils weitgehend, teils vollständig zum Erliegen kam. Lediglich acht Kommunen gelang es, den Prozess während der Pandemie voranzutreiben. Drei Kommunen haben in der Zeit vollständig aufgegeben, den CTC-Ansatz einzuführen. Vorläufige deskriptive Analysen der Längsschnittdaten der befragten lokalen Schlüsselpersonen zeigen, dass es ei-nem höheren Anteil von CTC- als von Vergleichskommunen gelungen ist, einen wissenschaftsbasierten Präventi-onsansatz zu übernehmen. Dies war der primäre Outcome für diesen Beobachtungszeitraum. Zudem zeigen Analysen der Baseline-Daten von einerseits den befragten lokalen Schlüsselpersonen und anderer-seits den Befragten SuS, dass kommunale Kapazitätsentwicklung (Community Capacity Building), das auch vom CTC-Ansatz verfolgt wird, erstens mit einer stärkeren Übernahme eines wissenschaftsbasierten Präventionsansatzes assoziiert ist und zweitens mit geringeren Prävalenzen von Substanzkonsum bei Jugendlichen. Die Baseline-Daten der SuS zeigten weiterhin, dass zum ersten Messzeitpunkt Baseline-Äquivalenz auf allen Vari-ablen gegeben war und das ursprüngliche Matching somit erfolgreich war. Schlussfolgerung/Anwendungsmöglichkeiten Die Ergebnisse haben für Deutschland neue Erkenntnisse zu den Erfolgsfaktoren von kommunaler Gesundheitsförderung für Ju-gendliche gebracht. Diese Erkenntnisse haben über den Austausch von Wissenschaft und Praxis bereits Eingang in die praktische Umsetzung von CTC gefunden. Datei-Upload durch TIB

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