Affektive Dysregulation - Optimierung von Prävention und Therapie (ADOPT); Teilprojekt 1: Koordination des ADOPT-Konsortiums (ADOPT-Coordination)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Forschungsstand: Affektive Dysregulation (AD) umfasst eine übermäßige Reaktivität auf negative Stimuli mit einer affektiven (Ärgergefühle) und einer verhaltensbezogenen Komponente (Aggression). Es liegen hohe Überschneidungen zwischen AD und mit sowohl internalen (z.B. Depression) als auch externalen Störungen (z.B. ADHS, SSV) vor. Basierend auf einem biopsychosozialen Modell spielen Faktoren des Kindes und Umweltfaktoren (Eltern, Schule) eine zentrale Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung. Sowohl zur Häufigkeit dieser Symptomatik als auch zu ihrer Diagnostik, der neurobiologischen Grundlagen und einer umfassenden Behandlung liegen bislang sowohl national als auch international begrenzte Erkenntnisse vor. Methode: ADOPT-Coordination steuert die fünf Teilprojekte des ADOPT-Forschungsverbunds zur Untersuchung von Affektiver Dysregulation: ADOPT-Epidemiologie, ADOPT-Online, ADOPT-Treatment, ADOPT-Institution und ADOPT-Neurobiologie. Während das erst- und letztgenannte Teilprojekt grundlagenorientierte Erkenntnisse zu AD untersucht haben, erforschten die drei anderen Projekte einen Stepped-Care-Ansatz mit einem Online-Trainer und nachgeschalteter individueller Psychotherapie in einer Gemeindestichprobe sowie in einer Stichprobe mit Kindern, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilien leben. Im ADOPT-Forschungsverbund wurde eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe (N = 9.860) gezogen, auf der die unterschiedlichen Analysen basieren. Ziel von ADOPT-Coordination waren projektübergreifende Analysen sowie Zusatzanalysen zum Einfluss der Risiko- und Schutzfaktoren für AD und der Corona-Belastung. Ergebnis: Die Verlaufsanalysen über die Teilprojekte ADOPT-Epidemiologie, ADOPT-Online und ADOPT-Treatment deuten deskriptiv für die meisten Substichproben eine Reduktion der Symptomatik sowohl im ersten (Online-Trainer) als auch im zweiten Interventionszeitraum (THOPAS) sowie eine Stabilisierung in der Follow-Up-Phase an. Die gemeinsame Analyse von THOPAS in den Stichproben ADOPT-Treatment und ADOPT-Institution zeigt einen signifikanten Behandlungseffekt mit einer größeren Reduktion der berichteten AD-Symptomatik in THOPAS als in der Kontrollbedingung TAU. Die Effektstärken weisen insgesamt auf einen geringen Effekt hin (d = 0,24 bis d = 0,31). Im Sinne von Risiko- und Schutzfaktoren sind die Prädiktoren Alter, Geschlecht, schulischer Förderbedarf des Kindes, psychische Störung der Eltern im Laufe des Lebens, AD-Symptomatik eines Elternteils, negatives Erziehungsverhalten, Familienklima und soziale Unterstützung innerhalb der Familie signifikante Einflussgrößen. Die Untersuchung der Corona-Belastung weist auf keine bedeutsamen Unterschiede im Belastungserleben zwischen Kindern mit und ohne AD sowie zwischen der Gemeindestichprobe und Kindern, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilien wohnen, hin. Insgesamt berichteten Kinder mit AD und Kinder, die in stationärer Jugendhilfe leben, leicht erhöhte Belastungswerte. Diskussion: Das gestufte Behandlungsmodell hat sich bei Kindern, die in ihren Herkunftsfamilien leben, bewährt. Die Gesamtanalyse aller Patienten belegt signifikante Effekte auf nahezu allen Erfolgsvariablen, die insgesamt im geringen Bereich liegen. Datei-Upload durch TIB

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