Stadt-Land-Energie: Robustheit und Übertragbarkeit von interkommunalen Energiewendeszenarien im Stadt-Land-Nexus
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Abstract
Der Umbau des Energiesystems stellt Kommunen vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere im Zusammenspiel von städtischen und ländlichen Räumen. Erneuerbare Energien werden überwiegend im ländlichen Raum erzeugt, während der Verbrauch vor allem in Städten erfolgt. Diese räumliche Trennung führt zu strukturellen Ungleichgewichten und verstärkt Konflikte bei Flächennutzung, Kostenverteilung und gesellschaftlicher Akzeptanz, insbesondere bei Windenergie. Das NIMBY-Phänomen spielt hierbei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig eröffnen finanzielle Beteiligungsmodelle, steuerliche Anpassungen und verstärkter Wissenstransfer Chancen für bessere Zusammenarbeit und lokale Wertschöpfung.
Robuste regionale Energiewendeszenarien mit Stadt-Land-Bezug sind bislang kaum verfügbar. Es fehlen insbesondere systematische Robustheitsanalysen als fundierte Entscheidungsgrundlage für kommunale Akteure. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung entsprechender Methoden zur Steigerung der Akzeptanz und zur Identifikation lokaler Wertschöpfungspotenziale. Im Projekt wurden Robustheitsanalysen, darunter Sensitivitätsanalysen, Multi-Szenario-Optimierungen und MGA, im Open-Source-Framework oemof entwickelt und in zwei Fallstudien angewendet. Die Ergebnisse wurden in einem webbasierten Szenario-Explorer aufbereitet, der verschiedene Lösungsräume zugänglich macht. Ergänzend wurde ein kommunaler Wertschöpfungsrechner integriert sowie Unsicherheiten systematisch erfasst und die Open Energy Ontology erweitert. Darauf aufbauend wurden politische Handlungsempfehlungen formuliert.
Die entwickelten Werkzeuge können in Dialogformaten, Konferenzen und Planungsprozessen eingesetzt werden. Die offene Methodik ermöglicht die Berechnung weiterer robuster Szenarien und unterstützt kommunale Akteure dabei, Wertschöpfungspotenziale systematisch zu erschließen.
