Urban-Rural Assembly (URA) - Strategische Werkzeuge für die Stärkung integrierter räumlicher Stadt-Land-Beziehungen und regionaler Wertschöpfungsketten am Beispiel der chinesischen Region Huangyan-Taizhou
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Abstract
Um den stadtplanerischen Herausforderungen multipler Krisen, insbesondere des Klimawandels, aus einer holistischen Perspektive zu begegnen, müssen wir uns mit den materiellen und immateriellen Wechselbeziehungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten auseinandersetzen – so die Ausgangsthese des Verbundforschungsprojekts "Urban-Rural Assembly (URA)". Wir brauchen ein Verständnis der vielfältigen externen und internen Verflechtungen von Regionen, um Planungsvisionen für resilientere Zukünfte – über Stadt-Land-Grenzen hinweg – entwickeln zu können. Die herkömmliche Stadt- und Regionalplanung orientiert sich allerdings noch immer an bestehenden administrativen Einheiten, die meist städtische und ländliche Gebiete unterscheiden. Mit einem transdisziplinären und transformativen Forschungszugang hat das Projekt Urban-Rural Assembly Strategien und Werkzeuge für eine integrierte Stadt-Land-Planung entwickelt und erprobt: Der "Co-Visioning"-Ansatz für Stadt-Land-Regionen fördert ein systemisches Denken über administrative und sektorale Grenzen hinweg und bezieht lokale Akteur:innen in die Entwicklung regionaler Planungsleitbilder (bzw. ‚Raumbilder‘) ein.
In China lässt sich eine besondere Zuspitzung der Stadt-Land-Problematik beobachten: Hier finden sich nicht nur rasant wachsende Stadtregionen, sondern auch von der wirtschaftlichen Entwicklung abgehängte, stark schrumpfende ländliche Peripherien. Gleichzeitig ist das Land seit zwanzig Jahren Vorreiter in der Erprobung von Planungsstrategien zur Urbanisierung ländlicher Räume. Fallstudie des Forschungsprojekts war die ostchinesische Stadt-Land-Region Huangyan-Taizhou in der Provinz Zhejiang. Sie liegt am südlichen Rand des Yangtse River Deltas, einem hochdynamischen Urbanisierungskorridor, und diente als prototypischer urban-ruraler Lernkontext, in dem verschiedene und scheinbar widersprüchliche Transformationsprozesse stattfinden, die die Beziehungen zwischen Stadt und Umland neu definieren. Huangyan-Taizhou zeigt sowohl die miteinander verflochtenen sozialen, ökonomischen und ökologischen Risiken dieser Dynamiken und die planungspolitischen Aufgaben, die sich daraus ergeben, als auch lokale Innovationen mit dem Potenzial, neue Wege zur Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Hier wurden mit dem Co-Visioning-Ansatz Szenarien für die nachhaltige Entwicklung der Region sowie zweier Vertiefungsräume (Urban-Rural Living Labs) entwickelt.
