Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland (INSIDE)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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  1. Derzeitiger Stand von Wissenschaft und Technik: In Folge der zunehmenden Bestrebungen, im deutschen Bildungssystem Inklusion umzusetzen, werden immer mehr Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (SPF) an allgemeinen Schulen unterrichtet. Dabei ist es notwendig, für diese Schülergruppe geeignete Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote an den Regelschulen zu etablieren. In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Konzeptionen und Organisationsformen des gemeinsamen Unterrichts. Dies betrifft auf der einen Seite strukturelle schulische Bedingungen wie beispielsweise die Zusammensetzung der Schülerschaft, die Ausstattung der Schulen mit Räumen oder Sachmitteln oder auch die personellen Ressourcen. Auf der anderen Seite unterscheiden sich auch die innerschulischen Prozesse teilweise erheblich. Zum Zeitpunkt der Antragsstellung war für die Sekundarstufe I wenig und zumeist nur auf regionaler Ebene darüber bekannt, wie und unter welchen Rahmenbedingungen Schulen den gemeinsamen Unterricht von Schüler*innen mit und ohne SPF gestalten und welche Folgen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Prozesse für die Entwicklung aller beteiligten Schüler*innen haben. Eine aussagekräftige Darstellung des Istzustands inklusiven Lernens in Deutschland war bis dato ebenso wenig vorhanden wie die Identifikation von Gelingensbedingungen inklusiven Lernens.
  2. Begründung/Zielsetzung der Untersuchung: Hier setzte das Projekt „INSIDE - Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland (INSIDE)“ an. Das interdisziplinäre Kooperationsprojekt ging den Fragen nach, unter welchen Rahmenbedingungen allgemeine Schulen arbeiten, an denen Schüler*innen mit SPF unterrichtet werden, wie die innerschulischen Prozesse organisiert sind und welche Umsetzung zu einer erfolgreichen individuellen Entwicklung der Schüler*innen mit und ohne SPF führt.
  3. Methode: Zur Beantwortung der inhaltlichen Fragestellungen wurden drei Teilstudien konzeptualisiert und zum Großteil erfolgreich durchgeführt: Deutschlandweit wurden im Frühjahr 2018 Schulleitungen von ausgewählten Schulen im Sekundarbereich I gebeten, einmalig an einer Onlinebefragung teilzunehmen (Teilstudie I). Schüler*innen an Schulen der Teilstudie I sowie an weiteren ausgewählten Schulen wurden in einer zweiten Teilstudie über zwei Kohorten seit dem Jahr 2019 längsschnittlich begleitet. Neben dem Einsatz von Kompetenztests und Fragebögen wurden auch die Schulleitungen sowie die allgemeinpädagogischen Lehrkräfte sowie sonderpädagogische Lehr- und Fachkräfte der Schüler*innen schriftlich befragt. Im Rahmen der Erhebung in der sechsten Jahrgangsstufe gab es zudem ein telefonisches Interview mit den Eltern der teilnehmenden Kinder und während der Erhebung in der siebten Jahrgangsstufe erhielten Schulbegleitungen der jeweiligen Schüler*innen einen Fragebogen. Im Rahmen der Teilstudie III sollten schließlich ausgewählte Lehrkräfte und die jeweiligen sonderpädagogischen Lehr- oder Fachkräfte ein Unterrichtstagebuch führen, welches auch erfolgreich eigens für INSIDE entwickelt werden konnte. Aufgrund der Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie konnte die geplante Befragung aber kurzfristig nicht stattfinden. Im Fokus des Projekts stehen Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „emotional und soziale Entwicklung“. Da in Teilstudie II alle Schüler*innen der jeweiligen Klassenstufen zur Teilnahme an der Studie eingeladen wurden, bietet das Projekt darüber hinaus die Möglichkeit, im Sinne eines weiten Inklusionsverständnisses auch andere Aspekte von Heterogenität in die Analysen mit einzubeziehen, wie beispielsweise Schüler*innen mit Teilleistungsschwächen oder sprachlichen Schwierigkeiten. Als Indikatoren für das Gelingen des inklusiven Unterrichtens werden gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention neben den fachlichen Kompetenzen in Mathematik und Lesen auch weitere Bildungsziele, wie u. a. Persönlichkeitsentfaltung, soziale Teilhabe oder alltagskompetentes Handeln berücksichtigt.
  4. Ergebnis: Bereits in der ersten Förderphase konnte eine wertvolle Datenbasis geschaffen werden, die es möglich macht, vielseitige und vertiefende Fragestellungen innerhalb der Inklusionsforschung zu beantworten. Erste Ergebnisse wurden bereits publiziert. Darüber hinaus konnten Erhebungsinstrumente entwickelt werden, die auch in zukünftigen (bundesweiten) Studien eingesetzt werden können. In Anbetracht der besonderen Stichprobe wurden außerdem ergänzende Wege der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, wie beispielsweise eine Ergebniskonferenz nur für Teilnehmende unter Einbezug der Presse.
  5. Schlussfolgerung/Anwendungsmöglichkeiten: Die Erkenntnisse bieten Anhaltspunkte für die Entwicklung bildungs- bzw. inklusionspolitischer Strategien und Reformmaßnahmen.

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