Gasungleichgewichte beim Schmelzen und Läutern von Glas.

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Date
1950
Volume
23
Issue
Journal
Glastechnische Berichte
Series Titel
Book Title
Publisher
Offenbach : Verlag der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft
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Abstract

Die Glasschmelze muß in Bezug auf ihre Gasungleichgewichte in vier von einander verschiedene Reaktionsbereiche eingeteilt werden: die Gemengehaufenreaktion, die Rauhschmelze, die Läuterschmelze und die Abstehzeit. Die bisherige Deutung der Vorgänge bei der Läuterung wird dahin ergänzt, daß unterschieden wird zwischen Gasen, die eine Neigung zur Bildung von übersättigten Lösungen in der Glasschmelze haben durch eine Art Siedeverzug und solchen, die diese durch Siedeerscheinungen ohne Verzug aufheben. Stoffe, die auf eine solche Art Gas abspalten, können als Läuterungsmittel wirken. Der Wasserdampf, der den stärksten Siedeverzug gibt, wird in dem ersten Reaktionsbereich der Glasschmelze chemisch gebunden und durch die allmähliche Auflösung des Sandes in die Übersättigung gedrängt, wie Kohlendioxyd aus Karbonatbindung durch Säuren in wässriger Lösung. Die Erscheinungen bei der übersättigten wässrigen Kohlendioxydlösung gleichen weitgehend denen bei der Glasschmelze und werden zu deren Erläuterung herangezogen. Durch Sinterkorund kann die Gasübersättigung der Glasschmelze und ihre teilweise oder vollständige Aufhebung durch verschieden starke Einwirkung von Läuterungsmitteln nachgewiesen werden. An einem Beispiel kann die Wirkung der Korunds auf die Gasübersättigung und deren Rolle in der Entfärbungstechnik gezeigt werden.

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CC BY 3.0 DE