Verbundprojekt: Mobile Hofschlachtung von Schweinen durch Einsatz einer vollmobilen Schlachteinheit in modularer Bauweise (MoHo Schwein)
Sachbericht
Date
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Supplementary Material
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Das Verbundprojekt „MoHoSchwein“ zielte auf die Entwicklung und Erprobung einer vollmobilen, modular aufgebauten Schlachteinheit für Schweine ab, um eine tierschutzgerechte, hygienische und wirtschaftliche hofnahe Schlachtung zu ermöglichen und Tiertransporte zu reduzieren. Neben technischen Innovationen sollten insbesondere Prozesshygiene, Tierwohl, Wirtschaftlichkeit sowie Verbraucherakzeptanz untersucht und in ein übertragbares Gesamtkonzept integriert werden.
Aufgrund des Rückzugs des Praxispartners und der daraus resultierenden Nichtrealisierung der mobilen Schlachteinheit wurde das Projekt vorzeitig beendet, sodass zentrale experimentelle und praxisbezogene Arbeitspakete nicht umgesetzt werden konnten. Dennoch wurden umfangreiche konzeptionelle, analytische und empirische Vorarbeiten geleistet.
Die technischen Voruntersuchungen zeigten deutliche Machbarkeitsgrenzen bei der Integration innovativer Verfahren in ein vollmobiles System unter bestehenden Rahmenbedingungen. Ergänzend wurden erhebliche strukturelle und ökonomische Hemmnisse identifiziert, darunter fehlende tragfähige Vermarktungsstrukturen, hohe organisatorische Anforderungen sowie eine geringe Zahlungsbereitschaft entlang der Wertschöpfungskette.
Sozialwissenschaftliche Untersuchungen belegten, dass mobile Hofschlachtung bei Verbrauchern bislang kaum bekannt ist, jedoch grundsätzlich positiv bewertet wird. Gleichzeitig bestehen erhebliche Informationsdefizite sowie ein deutlich ausgeprägtes Spannungsfeld zwischen Tierwohlorientierung und tatsächlichem Kaufverhalten (consumer-citizen gap). Die Vermarktung wird überwiegend im Kontext der Direktvermarktung gesehen, während Potenziale im Lebensmitteleinzelhandel als begrenzt eingeschätzt werden.
Die Analyse von Best-Practice-Beispielen der Qualitätsfleischvermarktung verdeutlichte die Bedeutung integrierter Qualitätskonzepte, transparenter Kommunikation sowie direkter Kundenansprache. Erfolgsfaktoren liegen insbesondere in der Kombination von Tierwohl, Produktqualität und glaubwürdiger Vermarktung.
Trotz der vorzeitigen Beendigung liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse zu technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der mobilen Schlachtung. Diese Ergebnisse bieten eine fundierte Grundlage für zukünftige Forschungsansätze, politische Entscheidungsprozesse und die Weiterentwicklung innovativer Schlachtkonzepte.
