Videovignettenbasierte Materialien zur förderbezogenen Diagnostik für die Ausbildung von Lehrkräften an inklusiven beruflichen Schulen (DIA-LIBS) im Rahmen der Förderrichtlinie "Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung"
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Inklusion gilt als herausfordernde Aufgabe für allgemeinbildende und berufliche Schulen. Insbesondere letztere sind durch eine hohe Heterogenität gekennzeichnet (Albrecht, et al., 2014; Berger-Madjdpour, 2018; Euler & Severing, 2020; Seifried, 2023; Vonken et al., 2022). Zur Umsetzung von Inklusion im Unterricht werden häufig individuelle Förderung sowie eine individualisierte und adaptive Unterrichtsgestaltung genutzt (Beck et al., 2008; Burda-Zoyke & Joost, 2018; Dumont, 2019; Euler & Severing, 2014; Zoyke, 2016a). Entsprechende Aktivitäten erfordern wiederum eine gezielte Diagnostik, um die für das Lernen relevanten individuellen Lernausgangslagen und Potenziale der Lernenden zu erfassen bzw. zu verstehen. Auf Basis der durch diagnostische Maßnahmen gewonnenen Erkenntnisse können dann adäquate pädagogische Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um so eine angemessene Lernumgebung zu schaffen und den individuellen Lernprozess aller Lernenden zu fördern (Frohn et al., 2020; Hardy et al., 2011; Schildkamp et al., 2020; Vogt & Rogalla, 2009; Zoyke, 2016a). Eine solche förderbezogene Diagnostik verstehen wir als integralen Bestandteil professionellen Handelns von Lehrkräften und als eine Form unterrichtsnahe, alltäglicher Diagnostik, die dazu dient, das individuelle Lernen aller Lernenden in heterogenen Klassen bestmöglich zu unterstützen (Prengel, 2016; s.a. Jansen & Meyer, 2016). Sie schließt grundsätzlich alle Lernenden mit ihren heterogenen Lernausgangslagen und Bedürfnissen ein und geht somit über eine Förderdiagnostik hinaus, die sich primär auf Personen mit spezifischen Benachteiligungen konzentriert (Simon & Simon, 2014). Bei der förderbezogenen Diagnostik stehen Lernprozesse und Lernvoraussetzungen im Mittelpunkt. Lernergebnisse werden lediglich ergänzend berücksichtigt, um Lehr-Lernhandlungen zu evaluieren und adaptiv zu gestalten. Dabei werden explizit Ressourcen, Potenziale und Stärken der Lernenden in die Überlegungen einbezogen (Bylinski, 2016; Simon & Simon, 2014). Des Weiteren folgen wir bei der Analyse der Entstehung von Lernschwierigkeiten und -potenzialen einem interaktionistischen Verständnis, welches die Person der Lernenden (z.B. kognitive und motivationale Voraussetzungen), ihre Umwelt (z.B. privates und soziales, aber auch schulisches und betriebliches Umfeld) sowie das Zusammenspiel derselben näher betrachtet (Simon & Simon, 2014).
