KMU-innovativ - Verbundprojekt "Kopfstützensystem zur dynamischen Sitzversorgung bei spastischen Lähmungen (DYNAREST)"; Teilvorhaben (Strehl GmbH & Co. KG): Umsetzung von Zugverbindungssystem und Schnittstellengelenk sowie Integration in das Gesamtsystem mit größtmöglichem Therapieerfolg
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Abstract
Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit spastischen Lähmungen, insbesondere bei Infantiler Cerebralparese (ICP), stellt hohe Anforderungen an Sitzhilfsmittel und unterstützende Komponenten. Bestehende Kopfstützensystemebieten überwiegend statische Stabilisierungskonzepte und können die dynamischen Bewegungsmuster sowie wechselnden Muskelspannungen, die bei Spastiken auftreten, nur unzureichend berücksichtigen. Dies führt häufig zu eingeschränkter Bewegungsfreiheit, unzureichender Kopfkontrolle, einem Verrutschen des Kopfes neben die Kopfstütze und damit erhöhtem Verletzungsrisiko sowie zu einer reduzierten funktionellen Teilhabe im Alltag. Insbesondere beim Einschießen von Streckspastiken entstehen komplexe Bewegungsabläufe, bei denen Kräfte entlang mehrerer Körpersegmente wirken. Bewegungen im Becken- und Rumpfbereich beeinflussen dabei maßgeblich die Position des Kopfes. Herkömmliche Kopfstützen reagieren auf diese Veränderungen nicht adaptiv, da sie in der Regel isoliert auf den Kopfbereich wirken und keine dynamische Kopplung zu anderen Körperregionen aufweisen. Daraus ergibt sich ein Bedarf an einem System, das Bewegungen frühzeitig erkennt, Kräfte gezielt umlenkt und gleichzeitig eine ausreichende Bewegungsfreiheit in Ruhephasen gewährleistet. Ziel des Teilvorhabens der Strehl GmbH & Co. KG war daher die Entwicklung zentraler mechanischer Komponenten für ein dynamisches Kopfstützensystem, das eine adaptive Stabilisierung des Kopf-Nacken-Bereichs ermöglicht. Im Fokus stand die Konzeption und Umsetzung eines Zugverbindungssystems zur Übertragung relevanter Kraftwirkungen aus dem Hüft- und Rumpfbereich sowie die Entwicklung eines parametrierbaren Schnittstellengelenks zur kontrollierten Umlenkung und Einstellung der wirkenden Kräfte. Die entwickelten Komponenten sollten eine individuelle Anpassbarkeit an unterschiedliche Krankheitsbilder und Ausprägungen von Spastiken ermöglichen, gleichzeitig eine Integration in bestehende Sitzsysteme erlauben und eine hohe Alltagstauglichkeit gewährleisten. Darüber hinaus wurde angestrebt, eine modulare Bauweise zu entwickeln. Damit sollte die Grundlage für eine dynamische, patientenspezifische Sitzversorgung mit verbessertem therapeutischem Nutzen geschaffen werden.
