Das Polieren von Glas. Teil I: Optische Politur
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Abstract
Ausgehend von dem Feinschliff wurden mit dem Elektronenmikroskop zwölf Glasproben untersucht, die verschieden lang (bis 100 Minuten) mit Zirkonoxyd und Pechschale optisch poliert worden wären: Während beim Schleifen Material durch Herausbrechen und Heraussprengen schnell abgetragen wird und dabei eine Oberflächenschicht in der Stärke mehrerer Lichtwellenlängen laufend ausgebrochen bleibt, handelt es sich beim Polieren erstens um die schonende Abtragung dieser von Tälern und Rissen durchfurchten Schicht und zweitens um die anschließende Glättung der Oberfläche bis auf kleine Bruchteile einer Wellenlänge. Dabei wird die Schicht praktisch bis zur Tiefe der Täler abgetragen, während Risse durch plastisch gewordenes Glas verschmiert werden können. Im letzten Stadium des Polierens bildet sich unter der Wirkung der unter großem Druck über die Flächen bewegten Polierkörner eine äußerst dünne plastische Oberflächenhaut (Beilbyschicht) aus, zu deren Verständnis es notwendig erscheint, eine Erstarrungszeit des Glases nach Entlastung in der Größenordnung von 10⁻⁴ Sekunden anzunehmen.