"Vorhersage und Früherkennung akuter gesundheitlicher Verschlechterungen von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung" im Rahmen des Eurostars Projekts E! 113530 REDALERT "Analyse des Atemwegsmikrobioms und klinischer Daten zur Vorhersage akuter Exazerbationen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)"

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (engl. Chronic Obstructive Pulmonary Disease, COPD) ist eine chronische Erkrankung, bei der die Atemwege der Betroffenen verengt sind. Dies führt zu sich über die Zeit verschlimmerndem Husten und im Verlauf zunehmender Atemnot. Der größte Risikofaktorfür die Entwicklung einer COPD ist das Rauchen, aber auch genetische Veranlagungen oder das häufige Einatmen von Stäuben oder Luftschadstoffen können die Entstehung dieser Erkrankung begünstigen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland fast 3 Millionen Menschen unter COPD leiden, bei Personen über 65 Jahren gehen Erhebungen sogar von einer Prävalenz von mehr als 10% aus1. Im Verlauf der Erkrankung kommt es immer wieder zu Phasen, in denen sich die Symptome der Betroffenen akut deutlich verschlechtern. Diese Verschlechterungen werden als Exazerbationen bezeichnet. Sie erfordern eine Anpassung der medizinischen Behandlung und sind für die Patienten und Patientinnen oft mit einer deutlichen Verminderung der Lebensqualität verbunden. Häufige Exazerbationen sind zudem mit einer beschleunigten Verschlechterung der Krankheit assoziiert. Ursache für Exazerbationen sind meist akute Infekte mit Bakterien oder Viren. Werden Exazerbationen früh erkannt und behandelt, reduziert dies das Risiko für einen schweren Verlauf und verkürzt die nötige Behandlungsdauer2. Eine individualisierte Risikoabschätzung könnte zudem zusätzlich helfen, durch engmaschigere medizinische Betreuung oder präventive Anpassung der Behandlung die Entstehung von Exazerbationen zu verhindern oder deren Verlauf abzumildern. Bisherige Methoden zur Risikoabschätzung basieren allerdings überwiegend auf der Krankengeschichte, sind aber kurzfristig nur wenig aussagekräftig. Um dies zu verbessern, haben sich Forschungsgruppen in den letzten Jahren vermehrt der Erforschung des Mikrobioms der Atemwege im Zusammenhang mit COPD und COPD-Exazerbationen gewidmet. Der Ausdruck Mikrobiom bezeichnet dabei alle Mikroorganismen in einem Lebensraum, hier sind insbesondere alle Bakterien in den Atemwegen gemeint. Die meisten dieser Bakterien, die sich auf unseren Körperoberflächen befinden, lösen keine Krankheiten aus und sind im Gegenteil häufig sogar wichtig für unsere Gesundheit. Bei vielen Erkrankungen, so auch bei COPD, wurden in wissenschaftlichen Studien Veränderungen in der Zusammensetzung des Mikrobioms beobachtet. So finden sich z.B. in den Atemwegen von COPD-PatientInnen häufiger potentiell krankheitserregende Bakterien. In diesem Projekt sollte untersucht werden, ob Veränderungen im Mikrobiom der Lunge genutzt werden können, um Exazerbationen der COPD vorauszusagen oder früher zu erkennen.

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