Über die elektrische Leitfähigkeit von Gläsern bei hohen Feldstärken
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Abstract
Bei einigen Gläsern der Systeme Na2O-SiO2 ∙ Na2O-CaO-SiO2 und Na2O-B2O3-SiO2 wird die isotherme Abhängigkeit des elektrischen Stromes von der angelegten Spannung bis 9500 V gemessen. Es werden die Vorbereitung der Proben und die Meßeinrichtung beschrieben. Die jeweilige Leitfähigkeit eines Glases wird nach der Höhe des zeitkonstanten Endstromes beurteilt. Die Messungen bestätigen die bekannte Tatsache, daß bei höheren Temperaturen die Abhängigkeit des elektrischen Stromes von der Spannung nicht mehr dem Ohmschen Gesetz entspricht. Werden die Meßergebnisse nach der Ionensprung-Theorie der elektrischen Leitfähigkeit von Mott-Gurney und Seitz ausgewertet, ergeben die Versuche, daß die Sprungweite der Na-Ionen von der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung unabhängig ist. Eine Auswertung nach der Pooleschen Beziehung und ein Vergleich mit den Ergebnissen von Vermeer an technischen Gläsern ergab eine gute Übereinstimmung zwischen den beiden Meßstellen. Die nach der Ionensprung-Theorie angenommene Sprungweite der Ionen ist größer als die nach strukturtheoretischen Überlegungen zu erwartende, und es werden verschiedene Möglichkeiten zur Deutung der Ergebnisse erörtert.