(NRG1-PRT) - rhNRGß1 Proteinersatztherapie für die Behandlung von Schwann-Zellen abgeleiteten Nervenscheidentumoren
Date
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Link to publishers version
Abstract
Schwann-Zell-abgeleitete Tumore der Nervenscheiden, insbesondere Schwannome, sind gutartig, beeinträchtigen jedoch erheblich die Funktion des peripheren Nervensystems. Betroffene Patienten leiden unter multiplen Tumoren, die die Funktion der betroffenen Nerven gefährden, etwa in den Extremitäten, den Hirnnerven für das Hören oder den Gesichtsnerven. Schwannome treten sowohl sporadisch als auch im Rahmen des genetischen Syndroms NF2-bedingter Schwannomatose (NF2-SWN) auf, jeweils infolge eines Verlusts des Tumorsuppressorgens NF2. Bislang gibt es keine wirksamen pharmakologischen Interventionen. Die derzeit eingesetzten systemischen Therapien, etwa immunonkologische Medikamente wie Bevacizumab, sind unspezifisch und mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Weitere Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich auf die reine Beobachtung oder lokal-invasive Maßnahmen wie Strahlentherapie und chirurgische Entfernung des gutartigen Gewebes – beides mit einem erhöhten Risiko für zusätzliche Nervenverletzungen. Die Entwicklung nicht-invasiver therapeutischer Alternativen ist daher von hoher medizinischer Relevanz und essenziell für die Lebensqualität betroffener Patienten. Vorarbeiten zeigten, dass der Verlust des neuronalen Proteins Neuregulin-1β (NRG1β) Typ III eine zentrale Rolle in der Pathogenese von Schwannomen spielt. In NF2-defizienten Tumoren wurde eine reduzierte Expression dieses Proteins beobachtet, was zu einer anhaltenden Zellproliferation und letztlich zur Tumorbildung führt. Pilotstudien in Mausmodellen deuteten darauf hin, dass eine gezielte Proteinersatztherapie mit rekombinantem humanem NRG1β (rhNRG1β) das Tumorwachstum hemmen kann, indem sie Schwann-Zellen in einen differenzierten, nicht-proliferativen Zustand zurückführt. Das vorliegende Forschungsprojekt knüpfte an diese Erkenntnisse an und hatte zum Ziel, die Wirksamkeit einer rhNRG1β-Therapie im Rahmen einer konfirmatorischen präklinischen Studie weiter zu evaluieren. In einem multizentrischen Ansatz nach humanklinischen Qualitätsstandards sollte überprüft werden, ob eine systemische Verabreichung von rhNRG1β über einen Zeitraum von 13 Wochen das Tumorwachstum im Vergleich zu einer Placebo-Behandlung signifikant reduziert. Die Ergebnisse dieser Studie sollten eine solide wissenschaftliche Grundlage für eine potenzielle klinische Anwendung dieser innovativen Therapie schaffen.
