Abbau- und Dekontaminationstechniken für die Stilllegung kerntechnischer Anlagen
Abschlussbericht
Date
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Supplementary Material
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Nach der Einstellung des Leistungsbetriebes gehen kerntechnische Anlagen in ihre letzte Phase – die Stilllegung – über, die mit dem Erreichen des Stilllegungsziels – in Deutschland ist dies oftmals die „Grüne Wiese“ oder eine industrielle Nachnutzung – endet. Eine erfolgreiche Stilllegung ist das Ergebnis vieler, einzelner (Abbau-)Maßnahmen, bei denen das unter den gegebenen Randbedingungen geeignetste technische Verfahren zunächst ausgewählt und anschließend erfolgreich angewendet wird. Zu den wichtigsten technischen Aufgaben in der Stilllegung gehören u. a. das Trennen, das Dekontaminieren und der Abbruch. Für diese Aufgaben existieren industriebewährte technische Verfahren, mit denen nachweislich eine sichere Stilllegung kerntechnischer Anlagen nach deren Betriebsende gewährleistet werden kann. In diesem Bericht werden zunächst allgemeine Informationen zu Trenn- und Dekontaminationsaufgaben gegeben und regulatorische Aspekte, wie sie sich aus dem nationalen und internationalen Regelwerk ergeben, beschrieben. Ein wesentlicher Aspekt dieses Berichts betrifft die Diskussion etablierter Trenn- und Dekontaminationsverfahren, zu denen im Falle des Trennens beispielsweise das Brennschneiden und das Seilschleifen gehören. Hierbei werden auch Kriterien für die fallbezogene Verfahrensauswahl aufgezeigt und anhand von Anwendungsbeispielen auf die Bedeutung individueller Verfahren für die Stilllegung hingedeutet. Aufgrund von Sicherheitsaspekten gehört die kerntechnische Industrie zu den am stärksten regulierten Industriezweigen. Für die Nutzung innovativer Verfahren in sicherheitsrelevanten Arbeitsbereichen sind vor deren erstmaliger Verwendung aufgrund der regulatorischen Randbedingungen beispielsweise Sicherheitsnachweise zu erbringen. Insbesondere erstmalige Anwendungen neuer Verfahren sind mit einem entsprechenden Mehraufwand verbunden, was in manchen Fällen als Hürde interpretiert werden kann. Trotzdem finden sich auch für die deutschen Stilllegungslandschaft Beispiele für Innovationen, die zum Teil über das Förderkonzept FORKA finanzielle Unterstützung erfahren /BMBF 23/. Einige solcher innovativen Trenn- und Dekontaminationsverfahren werden in dem vorliegenden Bericht vorgestellt. Zudem gibt es industrieübergreifende Entwicklungen, die auch in der Stilllegung Verwendung finden. In diesem Bericht werden solche innovativen Entwicklungen skizziert und ihre Anwendung – insbesondere vor dem kerntechnischen Hintergrund – diskutiert. In einigen Ländern existieren Netzwerke und Förderstrukturen, die einen branchenübergreifenden Austausch fördern, beispielsweise zur Unterstützung bei der Überführung neuer technischer Verfahren in andere Industriezweige. Ein Beispiel für ein solches Netzwerk mit Blick auf die Stilllegung ist das Förderprogramm Gamechangers in Großbritannien. In diesem Bericht werden Aspekte des industrieübergreifenden Austauschs als unterstützende Maßnahme bei der Überführung innovativer Verfahren in die kerntechnische Stilllegungslandschaft aufgegriffen und aus einer innerdeutschen Perspektive diskutiert. Der vorliegende Bericht ist das Ergebnis eines Eigenforschungsvorhaben, das durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) finanziell unterstützt wurde (Forschungskennzahl 4721R01380).
