Verbundvorhaben: SPANNeND - Spannungskoordination unter Nutzung von Blindleistung zwischen Netzbetreibern Digital

Abstract

Im Rahmen des aktuellen Engpassmanagement-Prozesses Redispatch 2.0 (RD 2.0) behandeln Verteilnetzbetreiber (VNB) Netzengpässe primär über diesen Prozess und stellen darüber hinaus freie Wirkleistungsflexibilität für das Übertragungsnetz (ÜN) bereit. Nicht berücksichtigt bei diesem auf Wirkleistung (P) fokussierten Prozess ist die Nutzung und Bereitstellung von Blindleistung (Q). Der optimierte Einsatz dezentraler Erzeugungsanlagen (DEA) zur Blindleistungsbereitstellung im Verteilnetz (VN) kann signifikant die Netzsicherheit und -stabilität in den VNs unterstützen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass es beträchtliche Blindleistungspotenziale an den Netzverknüpfungspunkten (NVPs) zwischen Hochspannung (HS) und Höchstspannung (HöS) gibt, die zur Spannungshaltung im HöS genutzt werden können. Das Problem liegt in der schwierigen einheitlichen Umsetzung innerhalb der VNs, der Abstimmung und Kommunikation zwischen VNB und ÜNB sowie im Einfluss und Einsatz von Blindleistung im RD 2.0-Prozess.

Das grundlegende wissenschaftliche Ziel ist die Entwicklung und Erprobung einer Methode zur Bestimmung der Q-Potenziale auf Basis von Prognosen sowie die Entwicklung und Erprobung einer Methode zur robusten Bestimmung dieser Potenziale. Das technische Ziel des Projektes ist die Implementierung dieser Methoden zur Integration der Blindleistungspotenziale aus dem Verteilnetz in den Redispatch 2.0-Prozess als eigenständiges Modul einer Redispatch-Plattform. Das kooperative Ziel ist die gemeinsame Nutzung von Blindleistung durch ÜNB und VNB.

Daher ist das Gesamtziel des Projektes die Entwicklung und Erprobung einer einheitlichen, robusten und interoperablen Methode zur Nutzbarmachung von Blindleistungspotenzialen aus dem VN für eine verlässliche Integration in die Übertragungsnetzführungsprozesse "weak-ahead-planning-process" (WAPP) bis "close-to-real-time" (C2RT). Das Ziel lässt sich wie folgt weiter detaillieren:

  • Integration der Blindleistungspotenziale aus dem VN in den RD 2.0-Prozess unter Nutzung standardisierter Schnittstellen
  • Entwicklung von Handlungsoptionen, bei denen der ÜNB im Falle von Blindleistungsbedarf im ÜN Anfragen an den VNB stellt und diese abrufen kann
  • Entwicklung und Erprobung einer Methode zur Bestimmung der Q-Potenziale auf Basis von Prognosen sowie einer Methode zur robusten Bestimmung dieser Potenziale
  • Erprobung im Rahmen von Feldtests mit den beteiligten Netzbetreibern
  • Simulative Erweiterung der Feldtestbetrachtungen zur Untersuchung des Einflusses der Verteilnetzdynamik auf den Abruf

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